Dynamikkompressor II

In der Klasse E haben wir bereits den Dynamic Compressor kennengelernt. Ein NF-Sprachsignal weist durch die unterschiedlichen Lautstärken beim Sprechen große Schwankungen zwischen kleinen und großen Signalamplituden auf. Diesen Bereich bezeichnet man als Dynamikumfang. Ein NF-Dynamikkompressor oder NF-Sprachprozessor arbeitet als Sprachprozessor zur Verringerung des Dynamikumfangs in der Modulation: Laute Signalanteile werden gegenüber leiseren Signalanteilen weniger stark verstärkt, sodass die Unterschiede zwischen ihnen kleiner werden. Anschließend kann der Gesamtpegel angehoben werden (vgl. Abbildung A-7.6.1).

Dadurch steigt der mittlere Pegel des Sprachsignals und damit auch der mittlere Sendepegel, ohne dass die Spitzenleistung entsprechend erhöht werden muss. Auf diese Weise kann die mittlere Sendeleistung verzerrungsarm angehoben werden. Ein Dynamikkompressor wird deshalb häufig bei DX-Verbindungen und in Contesten eingesetzt, bei denen ein starkes und gut verständliches Signal besonders wichtig ist.

AE210: Was versteht man unter einem NF-Dynamik-Kompressor?
AE211: Welche Aufgabe hat der Dynamik-Kompressor in einem SSB-Sender?
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Kurzfassung: Drei Diagramme zeigen links oben eine zeitabhängige Größe U(t), rechts oben eine geknickte, ansteigende Linie in einem U_E-gegen-U_A‑Diagramm, und rechts unten eine S‑förmige Kurve U_A(t); Pfeile verbinden die Darstellungen, und eine horizontale sowie eine vertikale gestrichelte Hilfslinie markieren Bezugsebenen.

Detaillierte Beschreibung: Die Grafik ist als 2×2‑Anordnung mit drei belegten Feldern aufgebaut: links oben (U gegen t), rechts oben (U_E gegen U_A) und rechts unten (U_A gegen t).
- Linkes oberes Diagramm: Koordinatenachsen mit „U“ an der vertikalen Achse (Pfeil nach oben) und „t“ an der horizontalen Achse (Pfeil nach rechts). Eine blau-türkise Kurve beginnt links auf der t‑Achse nahe Null, steigt zu einem hohen ersten Maximum an, fällt darunter, zeigt zwei weitere, kleinere Wellenberge/-täler und läuft rechts wieder gegen die Achse aus. Eine graue horizontale, gestrichelte Linie verläuft über das gesamte Diagramm hinweg.
- Rechtes oberes Diagramm: Koordinatenachsen mit „U_E“ vertikal (Pfeil nach oben) und „U_A“ horizontal (Pfeil nach rechts). Eine orangefarbene, aus zwei linearen Segmenten bestehende, ansteigende Linie startet im Ursprung und weist etwa mittig einen Knick auf, ab dem die Steigung geringer ist. Eine graue, vertikale, gestrichelte Linie schneidet das Diagramm durch den Knickpunkt. Die zuvor erwähnte horizontale, gestrichelte Linie setzt sich hier auf gleicher Höhe fort. Zwischen linkem und rechtem oberen Diagramm befindet sich ein nach rechts zeigender Pfeil.
- Rechtes unteres Diagramm: Koordinatenachsen mit „t“ an der vertikalen Achse, deren Pfeil nach unten zeigt, und „U_A“ an der horizontalen Achse mit Pfeil nach rechts (Achsenbeschriftung „U_A“ steht oben). Eine blau-türkise, seitlich ausgebuchtete, S‑förmige Kurve verläuft von oben links nach unten links; die größte Auslenkung nach rechts liegt etwa im oberen bis mittleren Bereich. Die graue, vertikale, gestrichelte Linie aus dem Diagramm darüber setzt sich hier nach unten fort und schneidet die Kurve. Zwischen rechtem oberem und rechtem unterem Diagramm steht ein nach unten zeigender Pfeil.
Abbildung A-7.6.1: Funktionsweise eines Kompressors

Beim Einsatz eines Sprachkompressors sollte jedoch darauf geachtet werden, dass eine zu hohe Kompression vermieden wird. Eine zu starke Kompression kann das Sprachsignal unnatürlich und schlechter verständlich machen. Werden dabei der Sprachprozessor oder nachfolgende Stufen übersteuert, können zusätzlich Verzerrungen und eine Verbreiterung des ausgesendeten Signals (Splatter) entstehen. Deshalb sollte die Kompression nur so weit erhöht werden, dass das Signal weiterhin sauber und gut verständlich bleibt.

AE212: Welche Folge hat eine zu hohe Kompressionseinstellung des Dynamik-Kompressors im SSB-Sender?

Für eine optimale Einstellung des Dynamic Compressors sollte man wie folgt vorgehen:

  1. Einstellung der Mikrofonverstärkung ohne Aktivierung des Dynamic Compressors, so dass das ALC-Meter des Transceivers gerade anspricht bzw. in dessen Regelbereich liegt.
  2. Aktivierung des Dynamic Compressors schrittweise und Prüfung der Verständlichkeit und Deutlichkeit des Signals z. B. durch ein QSO mit einer Gegenstation und Rapport der Signalverständlichkeit und Qualität. Alternativ hierzu verfügen manche Geräte über eine Monitoring-Funktion, so dass das gesendete Signal auch über diese Funktion abgehört werden kann. Auch mit einem 2. Empfänger und Abschluss des Senders mittels Dummy-Load kann das Sendesignal abgehört werden. Hierdurch werden auch Störungen anderer Stationen durch Testaussendungen vermieden.

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