Wir haben ja bereits verschiedene Ausbreitungsmöglichkeiten kennen gelernt:
direkte Welle: geradlinige Ausbreitung vom Sender zum Empfänger (z. B. bei Sichtverbindung)
Raumwelle: Ausbreitung über Brechung an Gebieten mit freien Elektronen in der Ionosphäre
Bodenwelle: Ausbreitung entlang der Erdoberfläche
Die Bodenwelle wechselwirkt mit dem Erdboden und ist dadurch in der Lage, parallel zur Erdoberfläche zu verlaufen, das heisst der Krümmung der Erde zu folgen. Das klappt umso besser, je niedriger die Frequenz und je leitfähiger der Boden ist; außerdem muss die Welle vertikal polarisiert sein. Das heißt, die Bodenwelle folgt der Erdkrümmung und geht über den geografischen Horizont hinaus. Sie wird in höheren Frequenzbereichen stärker gedämpft als in niedrigeren Frequenzbereichen.
EH212: Welche der folgenden Aussagen trifft für KW-Funkverbindungen zu, die über Bodenwellen erfolgen?
Daher ist diese Ausbreitungsform vor allem auf Lang und Mittelwelle relevant, wo die Reichweite der Bodenwelle mehrere Hundert Kilometer beträgt – jeden Sender, denn man dort tagsüber hört, empfängt man über die Bodenwelle. Zu höheren Frequenzen hin reicht sie zwar immer noch über den geografischen Horizont hinaus, aber ihre Reichweite nimmt rasch ab, weswegen sie auf Kurzwelle nur auf den unteren Bändern, z. B. auf $\qty{160}{\meter}$, noch eine gewisse Bedeutung hat.
Abbildung EA-2.17.1: Reichweite der Bodenwelle je nach Band
EH211: Die Ausbreitung der Wellen im 160 m-Band erfolgt tagsüber hauptsächlich ...