Schwingkreis II

In der Formelsammlung finden wir die folgende Formel für die Berechnung der Grenzfrequenz von RC-Gliedern, z. B. von Hoch- oder Tiefpassfiltern:

$$f_g = \frac{1}{2 \pi \cdot R \cdot C}$$

Mit dieser Formel können wir eine Reihe von Prüfungsfragen lösen.

Für mathematisch interessierte Leser: Die Formel für die Grenzfrequenz eines RC-Gliedes lässt sich auch durch die Betrachtung der komplexen Impedanzen von Widerstand und Kondensator herleiten. Wir betrachten den RC-Tiefpass als frequenzabhängigen Spannungsteiler.

1) Kurzbeschreibung: Schaltplan in rechteckiger Leitungsführung mit zwei horizontalen Leitern und jeweils einem Anschlusspunkt links und rechts; im oberen horizontalen Leiter ein Widerstand; rechts davon Ableitung über einen Kondensator zum unteren horizontalen Leiter; zwischen beiden Anschlusspunkten links ein vertikaler Pfeil nach unten („U_E“), rechts ein vertikaler Pfeil nach unten („U_A“).

2) Ausführliche Beschreibung: Die Abbildung besteht aus einem Schaltplan in rechteckiger Leitungsführung mit zwei horizontalen Leitern und jeweils einem Anschlusspunkt links und rechts. Im oberen horizontalen Leiter ist ein Widerstand eingefügt. Rechts davon gibt es eine Ableitung über einen Kondensator zum unteren horizontalen Leiter. Zwischen beiden Anschlusspunkten links ist ein ein vertikaler Pfeil nach unten („U_E“) eingezeichnet, zwischen den beiden Anschlusspunkten rechts rechts ist  ein vertikaler Pfeil nach unten („U_A“) eingezeichnet.
Abbildung NEA-11.2.1: RC-Tiefpass als frequenzabhängiger Spannungsteiler

Für das Verhältnis von Ausgangs- zu Eingangsspannung gilt:

$$\frac{|U_A|}{|U_E|} = \frac{|X_C|}{|R + X_C|}$$

Der kapazitive Blindwiderstand des Kondensators lautet:

$$X_C = \frac{1}{j\omega C}$$

Damit ergibt sich:

$$\frac{|U_A|}{|U_E|} = \frac{\left|\frac{1}{j\omega C}\right|}{\left|R + \frac{1}{j\omega C}\right|}$$

Für die Beträge erhalten wir:

$$\frac{|U_A|}{|U_E|} = \frac{\frac{1}{\omega C}}{\sqrt{R^2 + \frac{1}{\omega^2 C^2}}}$$

Multipliziert man Zähler und Nenner mit $\omega C$, vereinfacht sich der Ausdruck zu:

$$\frac{|U_A|}{|U_E|} = \frac{1}{\sqrt{1 + R^2\omega^2 C^2}}$$

Die Grenzfrequenz ist so definiert, dass die Ausgangsspannung auf den Faktor $\frac{1}{\sqrt{2}} \approx 0{,}707$ des ursprünglichen Wertes abgefallen ist. Dies entspricht etwa $\qty{70}{\percent}$ der Ausgangsspannung bzw. einem Pegelabfall von $\qty{3}{\dB}$.

$$\frac{|U_A|}{|U_E|} = \frac{1}{\sqrt{2}}$$

Daraus folgt:

$$\frac{1}{\sqrt{1 + R^2\omega^2 C^2}} = \frac{1}{\sqrt{2}}$$

Damit muss gelten:

$$R^2\omega^2 C^2 = 1$$

und somit:

$$\omega R C = 1$$

Mit $\omega = 2\pi f$ ergibt sich:

$$2\pi f_g R C = 1$$

Daraus folgt für die Grenzfrequenz:

$$f_g = \frac{1}{2\pi R C}$$
AD201: Welche Grenzfrequenz ergibt sich bei einem Hochpass mit einem Widerstand von 4,7 kOhm und einem Kondensator von 2,2 nF?
1) Kurzbeschreibung: Schaltplan in rechteckiger Leitungsführung mit zwei horizontalen Leitern und jeweils einem Anschlusspunkt links und rechts; im oberen horizontalen Leiter ein Kondensator; rechts davon Ableitung über einen Widerstand zum unteren horizontalen Leiter; zwischen beiden Anschlusspunkten links ein vertikaler Pfeil nach unten („U_E“), rechts ein vertikaler Pfeil nach unten („U_A“).

2) Ausführliche Beschreibung: Die Abbildung besteht aus einem Schaltplan in rechteckiger Leitungsführung mit zwei horizontalen Leitern und jeweils einem Anschlusspunkt links und rechts. Im oberen horizontalen Leiter ist ein Kondensator eingefügt. Rechts davon gibt es eine Ableitung über einen Widerstand zum unteren horizontalen Leiter. Zwischen beiden Anschlusspunkten links ist ein ein vertikaler Pfeil nach unten („U_E“) eingezeichnet, zwischen den beiden Anschlusspunkten rechts ist ein vertikaler Pfeil nach unten („U_A“) eingezeichnet.
AD202: Welche Grenzfrequenz ergibt sich bei einem Tiefpass mit einem Widerstand von 10 kOhm und einem Kondensator von 47 nF?
1) Kurzbeschreibung: Schaltplan in rechteckiger Leitungsführung mit zwei horizontalen Leitern und jeweils einem Anschlusspunkt links und rechts; im oberen horizontalen Leiter ein Widerstand; rechts davon Ableitung über einen Kondensator zum unteren horizontalen Leiter; zwischen beiden Anschlusspunkten links ein vertikaler Pfeil nach unten („U_E“), rechts ein vertikaler Pfeil nach unten („U_A“).

2) Ausführliche Beschreibung: Die Abbildung besteht aus einem Schaltplan in rechteckiger Leitungsführung mit zwei horizontalen Leitern und jeweils einem Anschlusspunkt links und rechts. Im oberen horizontalen Leiter ist ein Widerstand eingefügt. Rechts davon gibt es eine Ableitung über einen Kondensator zum unteren horizontalen Leiter. Zwischen beiden Anschlusspunkten links ist ein ein vertikaler Pfeil nach unten („U_E“) eingezeichnet, zwischen den beiden Anschlusspunkten rechts rechts ist  ein vertikaler Pfeil nach unten („U_A“) eingezeichnet.
AD203: Wo liegt die Grenzfrequenz des Audio-Verstärkers, wenn $R_{1}$ = 4,7 \kiloOhm, $C_1$ = 6,8 nF und $C_2$ = 47 nF betragen? Der Verstärker hat eine Grenzfrequenz von 1 MHz und die Impedanz des Eingangs PIN 2 ist mit 1 MOhm sehr hochohmig.
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1) Kurzbeschreibung: Schaltbild „Audioverstärker“ mit einem dreieckigen IC1, Eingang „NF_IN“ über Widerstand R1, Ausgang „NF_OUT“, Versorgung „V_S“ mit Kondensator C2 nach Masse und Kondensator C1 vom Eingangsknoten nach Masse.

2) Detaillierte Beschreibung: Oben links steht „V_S“ an einer Anschlussmarke (kleiner Kreis), die zu einem Knoten mit Punkt führt; von dort geht ein Kondensator „C2“ senkrecht nach unten zum Massesymbol. Der gleiche „V_S“-Knoten verläuft als waagerechte Leitung nach rechts und dann senkrecht nach unten auf die linke obere Seite des dreieckigen Bausteins „IC1“, an dessen Rand die Zahl „6“ steht (Pin 6 ist damit mit „V_S“ verbunden). Links unten befindet sich die Anschlussmarke „NF_IN“, die über einen rechteckigen Widerstand „R1“ zu einem Knoten mit Punkt führt. Dieser Knoten ist mit der linken Seite des Dreiecks an der mit „2“ beschrifteten Stelle verbunden. Vom gleichen Knoten führt ein Kondensator „C1“ senkrecht nach unten zu einem unteren Knoten mit Punkt und weiter zum Massesymbol. Vom Dreieck geht an der mit „3“ beschrifteten Stelle (links unten am IC) eine Leitung nach unten, dann nach rechts und wieder nach oben zu demselben unteren Masseknoten. Das Dreieck zeigt nach rechts und trägt innen die Beschriftung „IC1“. Rechts am Dreieck ist eine Anschlussmarke „NF_OUT“ am Spitzenpunkt; daneben steht die Zahl „5“. In der Nähe der rechten Dreiecksseite stehen außerdem die Zahlen „1“ und „8“ neben einer kurzen senkrechten Linie sowie „7“ weiter unten; dort sind keine Verbindungen gezeichnet. Links unten am Dreieck steht außerdem die Zahl „4“ ohne sichtbare Verbindung. Oben rechts steht der Text „Audioverstärker“. Es sind Verbindungs-/Knotenpunkte als schwarze Punkte eingezeichnet; sämtliche Massebezüge sind durch das übliche Masse-Symbol dargestellt.

Der Betragsfrequenzgang eines Serienschwingkreises aus einem Widerstand, einer Spule und einem Kondensator, wie in Abbildung NEA-11.2.2 dargestellt, berechnet sich nach folgender Formel:

$$Z = \sqrt{R^2+\left(X_\text{L} - X_\text{C}\right)^2}$$

1) Kurzbeschreibung: Schaltplan mit einem einzigen horizontalen Leiter und jeweils einem Anschlusspunkt links und rechts; darin Widerstand, Spule, Kondensator in Reihe geschaltet.

2) Ausführliche Beschreibung: Die Abbildung besteht aus einem Schaltplan mit einem einzigen horizontalen Leiter und jeweils einem Anschlusspunkt links und rechts. Darin sind ein Widerstand, eine Spule und ein Kondensator in Reihe geschaltet.
Abbildung NEA-11.2.2: Serienschwingkreis

Wenn der Blindwiderstand der Spule genau so groß ist wie der Blindwiderstand des Kondensators, also $X_\text{L} = X_\text{C}$, dann ergibt sich für die Impedanz:

$$Z=\sqrt{R^2+\left(0\right)^2}=\sqrt{R^2}=R$$

In diesem Fall handelt es sich um die sogenannte Resonanzfrequenz $f_0$ des Schwingkreises, bei der die Impedanz nur noch durch den ohmschen Widerstand bestimmt wird. Bei Frequenzen über und unter der Resonanzfrequenz ist die Impedanz größer als der ohmsche Widerstand, da entweder die Spule oder der Kondensator einen höheren Blindwiderstand hat. Abbildung NEA-11.2.3 zeigt den Betragsfrequenzgang eines Serienschwingkreises, bei dem die Resonanzfrequenz deutlich zu erkennen ist. Bei Frequenzen über und unter der Resonanzfrequenz haben wir beim Serienschwingkreis daher jeweils einen hohen Gesamtwiderstand (Impedanz). Bei hoher Frequenz hat die Spule einen hohen Widerstand. Bei niedriger Frequenz hat der Kondensator einen hohen Widerstand.

1) Kurzbeschreibung: Diagramm mit einer horizontalen Achse „f“ und einer vertikalen Achse „Z“; in der Mitte eine schmale, V-förmige Kurve, deren Minimum nahe der Nulllinie liegt.

2) Ausführliche Beschreibung: Ein Koordinatensystem hat eine horizontale Achse mit der Beschriftung „f“ und eine vertikale Achse mit der Beschriftung „Z“. In der Mitte gibt es eine schmale, V-förmige Kurve, deren Minimum nahe der Nulllinie liegt. Das Minimum der Kurve ist auf der X-Achse mit $f_0$ beschriftet und auf der Y-Achse mit $R$.
Abbildung NEA-11.2.3: Betragsfrequenzgang eines Serienschwingkreises

AD206: Was ist im Resonanzfall bei der Reihenschaltung einer Induktivität mit einer Kapazität erfüllt?
AD207: Bei der Resonanzfrequenz ist die Impedanz dieser Schaltung ...
1) Kurzbeschreibung: Schaltplan mit einem einzigen horizontalen Leiter und jeweils einem Anschlusspunkt links und rechts; darin Widerstand, Spule, Kondensator in Reihe geschaltet.

2) Ausführliche Beschreibung: Die Abbildung besteht aus einem Schaltplan mit einem einzigen horizontalen Leiter und jeweils einem Anschlusspunkt links und rechts. Darin sind ein Widerstand, eine Spule und ein Kondensator in Reihe geschaltet.
AD204: Welcher Schwingkreis passt zu dem neben der jeweiligen Schaltung dargestellten Verlauf der Impedanz?

Bei Parallel- und Serienschwingkreisen gilt im Resonanzfall, wie oben gezeigt, also folgender Zusammenhang:

$$X_\text{C} = X_\text{L}$$

Wenn wir nun die Formeln für die Blindwiderstände von Spule und Kondensator in die obige Gleichung einsetzen, erhalten wir:

$$2\pi f \cdot L = \frac{1}{2\pi f \cdot C}$$

So ergibt sich die Formel:

$$f_0 = \frac{1}{2\pi \sqrt{L\cdot C}}$$

Diese Formel heißt Thomsonsche Schwingungsformel und gilt sowohl für Parallel- als auch für Serienschwingkreise. In der Formelsammlung finden wir sie beim Thema „Schwingkreise“. Sie besagt, dass die Resonanzfrequenz eines Schwingkreises nur von der Induktivität der Spule und der Kapazität des Kondensators abhängt. Ohmsche Widerstände und Verluste haben keinen Einfluss auf die Resonanzfrequenz. Mit der Formel können wir die Resonanzfrequenz von Schwingkreisen berechnen.

Ohmsche Widerstände in Parallel- und Serienschwingkreisen wirken sich jedoch auf die Güte ($Q$) und damit auf die Bandbreite ($B$) des Schwingkreises aus – hierauf werden wir später noch genauer eingehen.

AD208: Welche Resonanzfrequenz $f_{\textrm{res}}$ hat die Reihenschaltung einer Spule von 1,2 μH mit einem Kondensator von 6,8 pF und einem Widerstand von 10 Ohm?
1) Kurzbeschreibung: Schaltplan mit einem einzigen horizontalen Leiter und jeweils einem Anschlusspunkt links und rechts; darin Widerstand, Spule, Kondensator in Reihe geschaltet.

2) Ausführliche Beschreibung: Die Abbildung besteht aus einem Schaltplan mit einem einzigen horizontalen Leiter und jeweils einem Anschlusspunkt links und rechts. Darin sind ein Widerstand, eine Spule und ein Kondensator in Reihe geschaltet.
AD209: Welche Resonanzfrequenz $f_{\textrm{res}}$ hat die Reihenschaltung einer Spule von 10 μH mit einem Kondensator von 1 nF und einem Widerstand von 0,1 kOhm?
1) Kurzbeschreibung: Schaltplan mit einem einzigen horizontalen Leiter und jeweils einem Anschlusspunkt links und rechts; darin Widerstand, Spule, Kondensator in Reihe geschaltet.

2) Ausführliche Beschreibung: Die Abbildung besteht aus einem Schaltplan mit einem einzigen horizontalen Leiter und jeweils einem Anschlusspunkt links und rechts. Darin sind ein Widerstand, eine Spule und ein Kondensator in Reihe geschaltet.
AD210: Welche Resonanzfrequenz $f_{\textrm{res}}$ hat die Reihenschaltung einer Spule von 100 μH mit einem Kondensator von 0,01 μF und einem Widerstand von 100 Ohm?
1) Kurzbeschreibung: Schaltplan mit einem einzigen horizontalen Leiter und jeweils einem Anschlusspunkt links und rechts; darin Widerstand, Spule, Kondensator in Reihe geschaltet.

2) Ausführliche Beschreibung: Die Abbildung besteht aus einem Schaltplan mit einem einzigen horizontalen Leiter und jeweils einem Anschlusspunkt links und rechts. Darin sind ein Widerstand, eine Spule und ein Kondensator in Reihe geschaltet.

Die Resonanzfrequenz von Parallelschwingkreisen wird genau wie bei Serienschwingkreisen mit der zuvor genannten Thomsonschen Schwingungsformel berechnet.

AD211: Welche Resonanzfrequenz $f_{\textrm{res}}$ hat die Parallelschaltung einer Spule von 2,2 μH mit einem Kondensator von 56 pF und einem Widerstand von 10 kOhm?
1) Kurzbeschreibung: linker Teil: horizontaler Leiter mit jeweils einem Anschlusspunkt links und rechts; dazwischen Kondensator, Spule und Widerstand parallel geschaltet; rechter Teil: Diagramm mit einer horizontalen Achse „f“ und einer vertikalen Achse „|Z|“; steile, nach oben gerichtete Kurve mit Beginn und Ende an der Nulllinie.

2) Ausführliche Beschreibung: Die Abbildung besteht aus zwei Teilen. Links ist ein Schaltplan abgebildet, der aus einem horizontalen Leiter mit jeweils einem Anschlusspunkt links und rechts besteht. Dazwischen sind ein Kondensator, eine Spule und ein Widerstand parallel geschaltet. Rechts ist ein Koordinatensystem mit einer horizontalen Achse „f“ und einer vertikalen Achse „|Z|“ abgebildet. Das Diagramm zeigt eine steile, nach oben gerichtete Kurve mit spitzem Maximum, die an der Nulllinie beginnt und endet.
AD212: Wie groß ist die Resonanzfrequenz dieser Schaltung, wenn die Kapazitäten $C_1$ = 0,1 nF, $C_2$ = 1,5 nF, $C_3$ = 220 pF und die Induktivität der Spule 1,2 mH betragen?
1) Kurzbeschreibung: Schaltplan in rechteckiger Leitungsführung mit zwei Anschlusspunkten (oben und unten) und vier parallelen Zweigen: links ein Kondensator „C_1“, in der Mitte eine Spule, rechts ein Kondensator „C_2“ und ganz rechts ein Kondensator „C_3“.

2) Ausführliche Beschreibung: Der Schaltplan enthält einen rechteckigen Schaltkreis mit zwei Anschlusspunkten (oben und unten) und vier parallelen Zweigen, die oben und unten in Verzweigungspunkten zusammengeführt werden. Links ist ein Kondensator „C_1“ eingezeichnet, in der Mitte eine Spule, rechts davon ein Kondensator „C_2“ und ganz rechts ein Kondensator „C_3“.

Um die Resonanzfrequenz von Schwingkreisen zu verändern, kann entweder die Induktivität der Spule oder die Kapazität des Kondensators im Schwingkreis verändert werden. Wie aus der Thomsonschen Schwingkreisformel ersichtlich befinden sich die Größen $L$ und $C$ jeweils unter dem Bruchstrich. Hierdurch bewirkt eine Vergrößerung von $L$ oder $C$ eine Verringerung der Schwingkreisfrequenz, da der Nenner der Formel größer wird. Bei einer Verkleinerung von $L$ und $C$ gilt umgekehrt, dass die Resonanzfrequenz des Schwingkreises sich vergrößert.

Die Quadratwurzel hat auf diesen Zusammenhang keinen Einfluss, da die Wurzel aus einer größeren Zahl ebenfalls eine größere Zahl ist. Der Zusammenhang hierbei ist jedoch nicht linear.

Die Induktivität einer Spule kann durch Vergrößern der Windungszahl, durch Zusammenschieben oder Einführen eines Ferritkerns vergrößert werden. Umgekehrt kann die Induktivität einer Spule verringert werden durch Verringerung der Windungszahl, durch Auseinanderziehen oder durch Entfernen eines Ferritkerns oder durch Einführen eines Kupferkerns. Die Kapazität von Kondensatoren kann durch Austausch oder die Verwendung von Trimm- oder Drehkondensatoren beeinflusst werden.

Mit diesem Wissen können wir nun die folgenden Fragen beantworten.

AD213: Sie wollen die Resonanzfrequenz eines Schwingkreises vergrößern. Welche der folgenden Maßnahmen ist geeignet?
AD214: Sie wollen die Resonanzfrequenz eines Schwingkreises vergrößern. Welche der folgenden Maßnahmen ist geeignet?
AD215: Sie wollen die Resonanzfrequenz eines Schwingkreises verringern. Welche der folgenden Maßnahmen ist geeignet?
AD216: Sie wollen die Resonanzfrequenz eines Schwingkreises verringern. Welche der folgenden Maßnahmen ist geeignet?
AD217: Sie wollen die Resonanzfrequenz eines Schwingkreises verringern. Welche der folgenden Maßnahmen ist geeignet?

Eine Kombination aus Parallel- und Serienschwingkreisen kann bei geeigneter Anordnung als Bandpassfilter verwendet werden. Im Resonanzfall verhalten sich die parallelen Schwingkreise wie hochohmige Widerstände und der Serienschwingkreis wie ein niederohmiger Widerstand.

AD205: Welche der nachfolgenden Beschreibungen trifft auf diese Schaltung zu und wie nennt man sie?
1) Kurzbeschreibung: Schaltplan in rechteckiger Leitungsführung mit zwei horizontalen Leitern, einem Kondensator und einer Spule in Reihe geschaltet im oberen horizontalen Leiter sowie davor und dahinter einem Kondensator mit parallel geschalteter Spule zwischen beiden horizontalen Leitern.

2) Ausführliche Beschreibung: Der Schaltplan enthält einen rechteckigen Schaltkreis mit zwei horizontalen Leitern mit jeweils einem Anschlusspunkt rechts und links. Im oberen horizontalen Leiter befinden sich ein Kondensator und eine Spule in Reihe geschaltet. Davor und dahinter gibt es jeweils einen Kondensator mit parallel geschalteter Spule, die beide horizontalen Leiter miteinander verbinden.

Die Bandbreite von Filtern und Bandpässen wird häufig in Bezug auf einen bestimmten Dämpfungswert angegeben. Dabei beschreibt die Dämpfung, wie stark ein Signal gegenüber dem maximalen Durchlass abgeschwächt wird.

Üblicherweise wird die Bandbreite eines Filters über den sogenannten $\qty{-3}{\dB}$-Punkt definiert.

Am $\qty{-3}{\dB}$-Punkt gilt:

  • Nur noch die halbe Leistung passiert das Filter
  • Die Signalspannung beträgt noch etwa das $0{,}7$-fache des Maximalwertes

Die Bandbreite ergibt sich aus der Differenz zwischen oberer und unterer Grenzfrequenz bei $\qty{-3}{\dB}$:

$$ B = f_\mathrm{o} - f_\mathrm{u} $$
AD220: Wie ergibt sich die Bandbreite $B$ eines Parallelschwingkreises aus der Resonanzkurve?

Dabei sind:

  • $f_\mathrm{o}$: obere Grenzfrequenz
  • $f_\mathrm{u}$: untere Grenzfrequenz

Die $\qty{-3}{\dB}$-Bandbreite wird verwendet, um die Eignung eines Filters für bestimmte Betriebsarten zu beschreiben:

  • Schmalbandiges Filter mit etwa $\qty{500}{\hertz}$ Bandbreite: geeignet für CW (Telegrafie)
  • Breitbandigeres Filter mit etwa $\qty{2,7}{\kilo\hertz}$ Bandbreite: geeignet für SSB-Sprachübertragung
AD221: Ein Quarzfilter mit einer 3 dB-Bandbreite von 2,7 kHz eignet sich besonders zur Verwendung in einem Sendeempfänger für ...
AD222: Ein Quarzfilter mit einer 3 dB-Bandbreite von 500 Hz eignet sich besonders zur Verwendung in einem Sendeempfänger für ...

Bei der folgenden Frage muss nicht der $\qty{-3}{\dB}$-Punkt, sondern die Bandbreite am $\qty{-60}{\dB}$-Punkt abgelesen werden.

AD219: Wie groß ist die Bandbreite in dem dargestellten Diagramm bei -60 dB?
1) Kurzbeschreibung: Diagramm aus einem rechteckigen Gitter und mit einer horizontalen Achse „1 kHz/Div.“ und einer vertikalen Achse „10 dB/Div.“ (unten) und „0 dB“ (oben); breite Kurve mit steilen Flanken und einer geringen Einbuchtung zwischen zwei Maxima.

2) Ausführliche Beschreibung: Die Abbildung zeigt ein Koordinatensystem aus einem rechteckigen Gitter mit einer horizontalen Achse „1 kHz/Div.“ und einer vertikalen Achse „10 dB/Div“. Oben links steht die Angabe „0 dB“. Eine breite Kurve beginnt an der Nulllinie nahe dem linken Rand und verläuft steil nach oben, erreicht zwei gleiche Maxima mit einer geringen Einbuchtung dazwischen und fällt ebenso steil wieder zur Nulllinie nahe dem rechten Rand ab.

Die Güte eines Schwingkreises (im Englischen Q-Faktor) wird durch das Verhältnis der Blindwiderstände von Kapazität und Induktivität im Resonanzfall zum ohmschen Verlustwiderstand bestimmt. Wenn ein Schwingkreis keinerlei ohmschen Verlustwiderstände enthalten würde, so wäre dessen Q-Faktor unendlich. Reale Bauteile sind jedoch immer verlustbehaftet. Induktivitäten haben immer einen ohmschen Verlustwiderstand, Kapazitäten haben dielektrische Verluste, die sich ebenfalls als ohmscher Widerstand auswirken. Je größer die ohmschen Widerstände in einem Schwingkreis sind, desto geringer wird dessen Q-Faktor. Für Filter mit hoher Güte und steilen Flanken werden häufig Quarzfilter eingesetzt.

Für die Berechnung des Q-Faktors verwenden wir die entsprechenden Formeln aus der Formelsammlung je nachdem ob es sich um einen Parallel- oder Serienschwingkreis handelt:

Für den Serienschwingkreis gilt im Resonanzfall ($X_\text{L} = X_\text{C}$):

$$Q = \frac{f_0}{B} = \frac{X_\text{L}}{R_\text{S}}$$

Für den Parallelschwingkreis gilt im Resonanzfall ($X_\text{L} = X_\text{C}$):

$$Q = \frac{f_0}{B} = \frac{R_\text{P}}{X_\text{L}}$$
AD225: Welchen Gütefaktor $Q$ hat die Reihenschaltung einer Spule von 100 μH mit einem Kondensator von 0,01 μF und einem Widerstand von 10 Ohm?

Entsprechend dem obigen Rechenbeispiel können wir jetzt auch den Gütefaktor des Parallelschwingkreises errechnen. Die Resonanzfrequenz wird wie im vorigen Beispiel berechnet. Es ist jedoch zu beachten, dass für die Berechnung von $Q$ die Formel für den Parallelschwingkreis zu verwenden ist:

$$Q = \frac{f_0}{B} = \frac{R_\text{P}}{X_\text{L}}$$
AD226: Welchen Gütefaktor $Q$ hat die Parallelschaltung einer Spule von 2,2 μH mit einem Kondensator von 56 pF und einem Widerstand von 1 kOhm?

Die Bandbreite von Parallel- und Serienschwingkreisen lässt sich nun ebenfalls einfach aus der Resonanzfrequenz des Schwingkreises und dessen Gütefaktor wie folgt berechnen (Formel hierzu in der Formelsammlung):

$$Q = \frac{f_0}{B}$$

Durch Umstellen der Formel ergibt sich die Bandbreite $B$:

$$B = \frac{f_0}{Q}$$

Die vorgenannte Formel gilt sowohl für den Serien- als auch den Parallelschwingkreis!

AD224: Welche Bandbreite $B$ hat die Parallelschaltung einer Spule von 2,2 μH mit einem Kondensator von 56 pF und einem Widerstand von 1 kOhm?

Entsprechend kann nun auch mit dem zuvor beschriebenen Wissen die folgende Frage schrittweise berechnet werden.

AD223: Welche Bandbreite $B$ hat die Reihenschaltung einer Spule von 100 μH mit einem Kondensator von 0,01 μF und einem Widerstand von 10 Ohm?

Zur Übertragung von Signalen zwischen Schaltungsstufen sowie in Filtern in Sendern und Empfängern werden häufig gekoppelte Schwingkreise verwendet. Hierbei werden zwei Schwingkreise induktiv oder kapazitiv aneinander gekoppelt. Die Abbildung NEA-11.2.4 zeigt eine induktive Kopplung. Diese Kopplung kann je nach Anwendung

  • lose (d),
  • unterkritisch (c),
  • kritisch (b) oder
  • überkritisch (a)

erfolgen. Der Grad der Kopplung bestimmt die gegenseitige Beeinflussung und damit die Bandbreite und Durchlasskurve der gesamten Anordnung.

1) Kurzbeschreibung: Zwei LC-Schaltungen nebeneinander mit dem Buchstaben M zwischen den Spulen sowie ein Diagramm U_2 über f mit vier Kurven (a bis d) um die Frequenz f_m.

2) Ausführliche Beschreibung: Die Abbildung besteht aus zwei Teilen: zwei identischen LC-Schaltungen und einem Diagramm. Jede der beiden Schaltungen im linken Teil besteht aus jeweils einer Spule und einem Kondensator. Beide haben jeweils oben und unten einen Anschlusspunkt links (linke Schaltung) bzw. rechts (rechte Schaltung). Beide Schaltungen sind spiegelbildlich zueinander mit den Spulen in der Mitte angeordnet, Kondensator und Spule sind somit parallelgeschaltet. Links neben der linken Schaltung steht „U_1“ mit einem Pfeil nach unten, rechts neben der rechten Schaltung „U_2“ mit einem Pfeil nach unten. Zwischen den beiden Spulen steht der Buchstabe „M“. Im rechten Teil der Abbildung befindet sich ein Koordinatensystem mit einer horizontalen Achse „f“ und einer vertikalen Achse „U_2“. Durch das Diagramm verläuft in der Mitte eine gestrichelte vertikale Linie, unten mit „f_m“ beschriftet. Im Diagramm sind vier Kurven eingezeichnet, die links mit „a“, „b“, „c“, „d“ gekennzeichnet (von oben nach unten). Die Kurven liegen symmetrisch um die gestrichelte Linie. Die Höhe und Breite der Kurven nehmen von oben nach unten ab. Kurve „a“ besitzt zwei Maxima mit einer Einbuchtung in der Mitte, Kurve „b“ nur ein Maximum.
Abbildung NEA-11.2.4: Kopplung von Schwingkreisen

Bei loser und unterkritischer Kopplung gibt es kaum eine gegenseitige Beeinflussung; Dafür ist die Durchlassdämpfung der Anordnung relativ hoch und die Bandbreite relativ gering.

Bei kritischer Kopplung beeinflussen sich beide Schwingkreise gerade so, dass eine im Durchlassbereich flache Durchlasskurve mit geringer Dämpfung entsteht und diese im gewünschten Durchlassbereich völlig eben ist (Plateau). Die Bandbreite der Anordnung ist hierbei größer als bei loser und unterkritischer Kopplung. Hieran ist eine kritische Kopplung auch gut zu erkennen.

Bei überkritischer Kopplung ist die gegenseitige Beeinflussung der beiden Schwingkreise sehr stark, was zu einer starken Änderung beider Resonanzfrequenzen und damit zu einer großen Bandbreite führt. Hierdurch wird die Durchlasskurve im Durchlassbereich stark verzerrt und es bilden sich links und rechts der Mittenfrequenz zwei Resonanzpunkte. Die Durchlasskurve bekommt eine „Delle“. Hieran ist die überkritische Kopplung gut zu erkennen.

AD227: Das folgende Bild zeigt ein induktiv gekoppeltes Bandfilter und vier seiner möglichen Übertragungskurven (a bis d). Welche der folgenden Aussagen ist richtig?
1) Kurzbeschreibung: Zwei LC-Schaltungen nebeneinander mit dem Buchstaben M zwischen den Spulen sowie ein Diagramm U_2 über f mit vier Kurven (a bis d) um die Frequenz f_m.

2) Ausführliche Beschreibung: Die Abbildung besteht aus zwei Teilen: zwei identischen LC-Schaltungen und einem Diagramm. Jede der beiden Schaltungen im linken Teil besteht aus jeweils einer Spule und einem Kondensator. Beide haben jeweils oben und unten einen Anschlusspunkt links (linke Schaltung) bzw. rechts (rechte Schaltung). Beide Schaltungen sind spiegelbildlich zueinander mit den Spulen in der Mitte angeordnet, Kondensator und Spule sind somit parallelgeschaltet. Links neben der linken Schaltung steht „U_1“ mit einem Pfeil nach unten, rechts neben der rechten Schaltung „U_2“ mit einem Pfeil nach unten. Zwischen den beiden Spulen steht der Buchstabe „M“. Im rechten Teil der Abbildung befindet sich ein Koordinatensystem mit einer horizontalen Achse „f“ und einer vertikalen Achse „U_2“. Durch das Diagramm verläuft in der Mitte eine gestrichelte vertikale Linie, unten mit „f_m“ beschriftet. Im Diagramm sind vier Kurven eingezeichnet, die links mit „a“, „b“, „c“, „d“ gekennzeichnet (von oben nach unten). Die Kurven liegen symmetrisch um die gestrichelte Linie. Die Höhe und Breite der Kurven nehmen von oben nach unten ab. Kurve „a“ besitzt zwei Maxima mit einer Einbuchtung in der Mitte, Kurve „b“ nur ein Maximum.
AD228: Das folgende Bild zeigt ein typisches ZF-Filter und vier seiner möglichen Übertragungskurven (a bis d). Welche Kurve ergibt sich bei kritischer Kopplung und welche bei überkritischer Kopplung?
1) Kurzbeschreibung: Zwei LC-Schaltungen nebeneinander mit dem Buchstaben M zwischen den Spulen sowie ein Diagramm U_2 über f mit vier Kurven (a bis d) um die Frequenz f_m.

2) Ausführliche Beschreibung: Die Abbildung besteht aus zwei Teilen: zwei identischen LC-Schaltungen und einem Diagramm. Jede der beiden Schaltungen im linken Teil besteht aus jeweils einer Spule und einem Kondensator. Beide haben jeweils oben und unten einen Anschlusspunkt links (linke Schaltung) bzw. rechts (rechte Schaltung). Beide Schaltungen sind spiegelbildlich zueinander mit den Spulen in der Mitte angeordnet, Kondensator und Spule sind somit parallelgeschaltet. Links neben der linken Schaltung steht „U_1“ mit einem Pfeil nach unten, rechts neben der rechten Schaltung „U_2“ mit einem Pfeil nach unten. Zwischen den beiden Spulen steht der Buchstabe „M“. Im rechten Teil der Abbildung befindet sich ein Koordinatensystem mit einer horizontalen Achse „f“ und einer vertikalen Achse „U_2“. Durch das Diagramm verläuft in der Mitte eine gestrichelte vertikale Linie, unten mit „f_m“ beschriftet. Im Diagramm sind vier Kurven eingezeichnet, die links mit „a“, „b“, „c“, „d“ gekennzeichnet (von oben nach unten). Die Kurven liegen symmetrisch um die gestrichelte Linie. Die Höhe und Breite der Kurven nehmen von oben nach unten ab. Kurve „a“ besitzt zwei Maxima mit einer Einbuchtung in der Mitte, Kurve „b“ nur ein Maximum.
AD229: Welche Kopplung eines Bandfilters wird "kritische Kopplung" genannt?

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