In einem Empfänger, an dessen Eingang zwei starke HF-Signale anliegen, können Störungen durch Intermodulation oder Kreuzmodulation verursacht werden. Bei Intermodulation äussert sich dieser Effekt so, dass durch nichtlineares Verhalten der Empfängerstufe (Betrieb im nichtlinearen Grenzbereich), ähnlich wie in einem Mischer, zusätzliche unerwünschte Frequenzen erzeugt werden. Diese können erwünschte Empfangssignale überlagern und stören. Bei Kreuzmodulation äussert sich dieser Effekt so, dass das gewünschte Empfangssignal durch die Modulation eines starken frequenzmäßig benachbarten AM-Signals beeinflusst wird. Hierdurch wird die Modulation des benachbarten Senders im Empfangssignal hörbar und stört dieses.
Um ein starkes unerwünschtes Signal bereits vor dem Empfängereingang zu unterdrücken kann beispielsweise ein Saugkreis, welcher auf die exakte Frequenz des störenden Signals abgestimmt wird vor dem Empfängereingang für Abhilfe sorgen.
Die Großsignalfestigkeit eines Empfängers kann durch den sog. Intercept Point IP3 beschrieben werden. Er ist ein Maß für den Punkt an dem unerwünschte Mischprodukte 3. Ordnung den Ampltudenwert des Eingangssignales erreichen. Je höher der IP3 eines Empfängers ist, desto größere Signale kann dieser noch störungsfrei verarbeiten.
Um das Entstehen von unerwünschten Mischprodukten im Empfängereingang durch starke Signale zu verringern kann ein schaltbares Dämpfungsglied (Attenuator) am Empfängereingang vorgeschaltet werden. Hierdurch werden Intermodulationsprodukte sowie Kreuzmodulation im Empfänger verringert. Das Nutzsignal wird hierbei nur um den Faktor des Dämpfungsgliedes reduziert – störende Mischprodukte werden jedoch aufgrund der mathematischen Gegebenheiten beim Mischprozess um den Faktor 1000 (3. Ordnung) abgeschwächt. Beispielsweise reduziert ein 10 dB Dämpfungsglied das Nutzsignal nur um 10 dB während unerwünschte Mischprodukte bereits um 30 dB gedämpft werden.