Halbleiter II

Der Grundstoff unserer modernen Welt sind Halbleiternaterialien. Grund genug, sich damit ein wenig eingehender zu beschäftigen. Halbleiter haben eine Kristallgitterstruktur, das heißt, ihre Atome sind periodisch angeordnet.

Der folgende Alt-Text wurde noch nicht geprüft: 1) Kurze Zusammenfassung: Schematische Grafik mit einem regelmäßigen 3×3-Raster aus Kreisen, jeweils mit der Beschriftung „Si“ und vier blauen Punkten darum.

2) Detaillierte Beschreibung: Auf weißem Hintergrund verlaufen drei vertikale und drei horizontale, dunkelgraue, gestrichelte Linien und bilden ein gleichmäßiges 3×3-Gitter. An jedem der neun Kreuzungspunkte befindet sich ein kleiner Kreis mit hellgrauem Rand und weißer Füllung; im Inneren steht in schwarzer Schrift „Si“. Auf dem Umfang jedes Kreises sind vier kleine blaue Punkte in den Richtungen oben, rechts, unten und links angeordnet. Die gestrichelten Linien führen durch die Kreise hindurch. Es gibt keine weiteren Beschriftungen, Achsen, Legenden oder Maßeinheiten.
Abbildung EA-5.9.1: Silizium Halbleiterkristall

Allen Halbleitermaterialien haben zwei Eigenschaften gemeinsam:

Es existiert eine Energiebandlücke, die eine Folge der periodischen Struktur ist. Das bedeutet, dass Elektronen im Kristall bestimmte Energien nicht einnehmen können. Die höchste Energie, die an Atome gebundene Elektronen haben, nennen wir Valenzbandenergie. Da die Elektronen aber alle an Gitteratome gebunden sind, können sie nicht zum Stromfluss beitragen. Es gibt noch weitere Energiezustände, die die Elektronen erreichen können -- sie liegen im Leitungsband, das um den Betrag der Bandlücke oberhalb der Valenzbandkante liegt. Elektronen im Leitungsband können zum Stromfluss beitragen, wenn wir eine Spannung an die Halbleiterprobe anlegen. Sie brauchen dazu eine Energie, die größer ist als die Energiebandlücke. Diese Energie können sie in Form von thermischer Energie aufnehmen, weshalb hochreine Halbleiter bei niedrigen Temperaturen sehr gute Isolatoren sind.

AB104: Was versteht man unter Halbleitermaterialien?

Die Bandlückenenergie wird durch die chemische Zusammensetzung des Halbleiters bestimmt. Verglichen mit Si hat Ge eine deutlich kleinere, GaAs und InP eine etwas größere und GaN eine viel größere Bandlückenenergie.

Silizium (Si) und Germanium (Ge) sind Elementhalbleiter (wie übrigens auch Diamant, der kristalliner Kohlenstoff ist. Es gibt aber auch chemische Verbindungen, die Halbleiter sind (Verbindungshalbleiter), wie Gallium-Arsenid (GaAs),Indium-Phosphid (InP) oder auch Gallium-Nitrid (GaN).

Materialien mit Energiebandlücke werden nur dann als Halbleiter bezeichnet, wenn sie zusätzlich dotierbar sind. Ihre Leitfähikeit kann durch gezielte Verunreinigung des hochreinen Hableitermaterials in weiten Grenzen verändert werden. So hat Arsen (As), verglichen mit den Elementhalbleitern, ein Elektron mehr in der äußeren Elektronenschale. Dieses Elektron kann sehr einfach und mit wenig Energie zu einem freien Elekron im Leitungsband werden. So eine Dotierung nennen wir n-Dotierung.

Der folgende Alt-Text wurde noch nicht geprüft: Kurzzusammenfassung: Schematische Rastergrafik mit neun Knotenpunkten; an acht Knoten steht „Si“ und am mittleren Knoten „P“, jeweils in grauen Kreisen mit kleinen blauen Punkten darum.

Detaillierte Beschreibung: Ein quadratisches 3×3-Raster aus senkrechten und waagerechten, grau gestrichelten Linien. An jedem der neun Kreuzungspunkte befindet sich ein hellgrauer Kreis mit schwarzer Beschriftung. In acht Kreisen steht „Si“ (oben links, oben Mitte, oben rechts; Mitte links, Mitte rechts; unten links, unten Mitte, unten rechts). Im mittleren Kreis steht „P“. Um jeden „Si“-Kreis sind vier kleine blaue Punkte gleichmäßig auf dem Kreis verteilt (oben, rechts, unten, links). Um den „P“-Kreis sind insgesamt fünf blaue Punkte zu sehen: vier davon wie bei den „Si“-Kreisen auf den Kardinalpositionen am Kreis, plus ein zusätzlicher kleiner blauer Punkt knapp rechts außerhalb des Kreises. Die Hintergrundfläche ist weiß.
Abbildung EA-5.9.2: n-Dotierung

Was aber passiert, wenn wir den Halbleiter mit einem Material verunreinigen, das in der äußeren Elektronenschale ein Elekron zu wenig hat? Eine solche Elektronenfehlstelle nennen wir ein Loch. Da das Atom vorher neutral war, hat die Elektronenfehlstelle eine positive Ladung. Die Löcher können sich ebenfalls im Kristall bewegen und zu einem Stromfluss beitragen. So eine Dotierung nennen wir p-Dotierung.

Der folgende Alt-Text wurde noch nicht geprüft: Kurzfassung: Schematisches 3×3-Gitter aus gepunkteten grauen Linien mit Kreisen an den Schnittpunkten, die meist „Si“ zeigen; im Zentrum steht „B“ mit einem kleinen orangefarbenen Ring rechts daneben.

Detaillierte Beschreibung: Das Bild zeigt ein quadratisches 3×3-Gitter aus horizontalen und vertikalen, dunkelgrauen, gepunkteten Linien auf weißem Hintergrund. An jedem der neun Schnittpunkte liegt ein kleiner, hellgrauer Ring. In acht Ringen steht mittig der Text „Si“; im mittleren Ring steht „B“. Um jeden „Si“-Ring sind vier kleine blaue Punkte gleichmäßig bei 12, 3, 6 und 9 Uhr angeordnet. Beim „B“-Ring sind drei blaue Punkte bei 12, 6 und 9 Uhr zu sehen; an der 3‑Uhr-Position befindet sich stattdessen ein kleiner, orangefarbener, dünn umrandeter Kreis, der knapp außen am Ring liegt. Die gepunkteten Gitterlinien verlaufen durch die Ringe und setzen sich bis zum Bildrand fort.
Abbildung EA-5.9.3: p-Dotierung

Zusammenfassend können wir feststellen:

  • Die n-Dotierung erzeugt im Halbleiter einen Elektronenüberschuss.
  • Die p-Dotierung erzeugt im Halbleiter einen Löcherüberschuss.
AB105: Was versteht man unter Dotierung?
AB106: N-leitendes Halbleitermaterial ist gekennzeichnet durch ...
AB107: P-leitendes Halbleitermaterial ist gekennzeichnet durch ...

Kombiniert man in einem Kristall, aber räumlich getrennt, p-dotierte und n-dotierte Zonnen, so findet in der Kontaktebene ein Ladungsträger-Austausch statt: Elektronen bewegen sich aus dem n-dotierten Gebiet in Richtung p-dotiertes Gebiet, Löcher bewegen sind aus dem p-dotierten Gebiet in Richtung n-dotiertes Gebiet. Diese Ladungsträgerbewegung, die durch die Dichteunterschiede von Elektronen und Löchern hervorgerufen wird, nennen wir Diffusionsstrom.

Diese Ladungstrennung erzeugt andererseits ein elektrisches Feld mit entgegengesetzter Wirkung, das zu einem Feldstrom führt. Im Gleichgewicht (ohne von außen angelegte Spannung) halten sich die Wirkungen von Diffusion und elektrischem Feld gerade die Waage. Zwischen den p- und n-Zonen entsteht ein Gebiet ohne freie Ladungsträger, die man als Verarmungszone oder Sperrschicht bezeichnet. Eine solche Struktur stellt eine pn-Diode dar.

AB108: Das folgende Bild zeigt den prinzipiellen Aufbau einer Halbleiterdiode. Wie entsteht die Sperrschicht?
1) Kurzbeschreibung: Schematische Darstellung eines PN-Übergangs einer Halbleiterdiode mit markierten Ladungen und einem dunklen Bereich in der Mitte, darunter Schaltzeichen einer Diode

2) Ausführliche Beschreibung: Die Abbildung zeigt die schematische Darstellung eines PN-Übergangs einer Halbleiterdiode. Ein langes, horizontales Rechteck ist in drei Flächen eingeteilt. Links sind in zwei Reihen jeweils vier kleine Kreise mit Pluszeichen („+“) eingezeichnet, darüber der Buchstabe „P“. Rechts gibt es zwei Reihen mit jeweils vier kleinen Kreisen mit Minuszeichen („–“), darüber der Buchstabe „N“. In der Mitte befindet sich ein rechteckiger, dunkler Bereich. Unterhalb dieses Bereichs ist das Schaltzeichen für eine Diode zu sehen: ein nach rechts zeigendes Dreieck mit einem vertikalen Strich an der Spitze.

Der folgende Alt-Text wurde noch nicht geprüft: Kurzfassung: Schematische Darstellung einer PN-Grenzschicht mit den Beschriftungen „P“, „Diffusion“ und „N“ sowie einem Diodensymbol darunter.

Detailbeschreibung: Ein horizontaler, von zwei Anschlussleitungen durchquerter Rechteckblock ist in drei Zonen geteilt: links ein rotes Feld mit der Beschriftung „P“ (oben) und sechs roten, leeren Kreisen; rechts ein blaues Feld mit der Beschriftung „N“ (oben) und sechs blauen, ausgefüllten Punkten; in der Mitte eine graue Sperrschicht mit einer dunklen, schmalen Doppellinie. Über der Mitte steht „Diffusion“. Innerhalb des Blocks zeigen ein roter waagerechter Pfeil nach rechts und ein blauer waagerechter Pfeil nach links. In der Sperrschicht sind ein blaues „−“ auf der linken Seite und ein rotes „+“ auf der rechten Seite zu sehen; darunter steht ein gelbes „E“ neben einem gelben Pfeil nach links. Unter dem Block ist das Diodensymbol dargestellt: ein nach rechts weisendes Dreieck vor einer senkrechten Linie.
Abbildung EA-5.9.4: PN-Übergang

Jetzt legen wir von außen eine Spannung an, die an dem p-Gebiet (Anode) positiver ist als am n-Gebiet (Kathode). Die positive Elektrode zieht über die Verarmungszone hinweg Elektronen an und die negative Elektrode Löcher. Die Verarmungszone wird abgebaut, es kommt zu einem Stromfluss. Dies stellt den Betrieb in Durchlassrichtung dar.

Der folgende Alt-Text wurde noch nicht geprüft: Kurzfassung: Schematische Schaltung mit einem zweigeteilten, farbigen Rechteck oben beschriftet „P“ und „N“, einer Spannungsquelle unten und zwei Pfeilen mit den Texten „tech.“ und „phys.“ für Richtungen.

Detailbeschreibung: Ein rechteckiger, geschlossener Stromkreis ist mit einer dünnen schwarzen Linie gezeichnet. Im oberen horizontalen Zweig sitzt mittig ein breites Rechteck als Bauteil, links rötlich gefärbt und mit „P“ beschriftet, rechts hellblau gefärbt und mit „N“ beschriftet; die seitlichen Leitungen gehen jeweils an die linke und rechte Seite dieses Rechtecks. Im unteren horizontalen Zweig ist in der Mitte ein Batteriesymbol (zwei parallele, vertikale Linien) eingezeichnet. Über diesem Symbol steht „U“ mit einem nach rechts gerichteten Pfeil. Links unten am Leiter steht in roter Schrift „tech.“ mit einem nach links gerichteten Pfeil, rechts unten am Leiter steht in blauer Schrift „phys.“ mit einem nach rechts gerichteten Pfeil. Hintergrund weiß, Leitungen und Umrisse schwarz.
Abbildung EA-5.9.5: PN-Übergang mit externer Spannung

AC402: Wie verhalten sich die Elektronen in einem in Durchlassrichtung betriebenen PN-Übergang?

Drehen wir die Spannung nun um, weitet sich die Verarmungszone aus, der Stromfluss kommt zum Erliegen. Dies ist der Sperrbetrieb der Diode.

Der folgende Alt-Text wurde noch nicht geprüft: Kurzfassung: Schematische Zeichnung eines rechteckigen Stromkreises mit einem oben eingesetzten Block, der mit „P“ und „N“ beschriftet ist, und einer unten eingezeichneten Spannungsquelle mit dem Hinweis „U“ und einem Pfeil nach links.

Detaillierte Beschreibung: Ein rechteckiger Leitungsrahmen bildet einen geschlossenen Stromkreis. Oben in der Mitte sitzt ein horizontaler, rechteckiger Block, der links mit „P“ und rechts mit „N“ beschriftet ist; in der Mitte verläuft eine senkrechte Trennlinie. Am linken Rand des Blocks ist ein schmaler, rötlicher Streifen, am rechten Rand ein schmaler, hellblauer Streifen; die Bereiche zwischen den farbigen Streifen und der Mittellinie sind grau. Der Block ist links und rechts mit den Leitungen des Rahmens verbunden. Unten in der Mitte liegt ein Batteriesymbol (zwei parallele vertikale Platten, links eine kürzere ausgefüllte, rechts eine längere Linie) im unteren Leiterzug. Über der Batterie steht „U“ mit einem nach links gerichteten Pfeil. Es sind keine Zahlenwerte oder Achsen angegeben.
Abbildung EA-5.9.6: PN-Übergang mit externer Spannung

AB109: Wie verhält sich die Verarmungszone in der hier dargestellten Halbleiterdiode?
Der folgende Alt-Text wurde noch nicht geprüft: Kurzfassung: Schematische P‑N-Darstellung mit einem dunkelgrauen Mittelbereich und darunter ein Diodensymbol auf einer Leitung zwischen „0 V“ links und „+5 V“ rechts.

Detailbeschreibung: Oben ein waagerecht ausgerichtetes, von einem dünnen Rahmen umgebenes Rechteck, links darüber der Buchstabe „P“, rechts darüber der Buchstabe „N“. Im linken Bereich des Rechtecks („P“) befinden sich mehrere kleine Kreise mit Pluszeichen, im rechten Bereich („N“) mehrere kleine Kreise mit Minuszeichen. Zwischen den beiden Bereichen liegt ein senkrechter, dunkelgrau schattierter Streifen, der die Zonen trennt. Unterhalb dieser Darstellung verläuft eine horizontale Linie; in ihrer Mitte befindet sich ein Diodensymbol, bestehend aus einem nach rechts gerichteten Dreieck, das an einen senkrechten Strich anstößt. Links neben der Linie steht der Text „0 V“, rechts der Text „+5 V“.

Weiter zum nächsten Abschnitt: Diode II