Oszilloskop I

Ein Oszilloskop ist ein Spannungsmessgerät, das den zeitlichen Verlauf von Spannungen visualisieren kann. Genau wie andere Spannungsmessgeräte besitzen Oszilloskope einen hohen Innenwiderstand. Meist lassen sich zwei oder mehr Spannungen gleichzeitig messen. Das Gerät in Abbildung EA-3.6.1 ist beispielsweise so eingestellt, dass sich zwei Signale den Bildschirm teilen.

Der folgende Alt-Text wurde noch nicht geprüft: 1) Zusammenfassung: Ein digitales Rigol-Oszilloskop zeigt gleichzeitig eine gelbe Sinuskurve und eine blaue Dreieckskurve auf seinem Display.

2) Detaillierte Beschreibung: Das Gerät ist ein weißes Tischoszilloskop mit der Aufschrift „RIGOL DS1202Z‑E“ und „UltraVision“, fotografiert auf dunklem Hintergrund. Auf dem farbigen Bildschirm ist ein schwarzgraues Raster mit zwei Messkurven zu sehen: oben eine gelbe, weich geschwungene Sinuslinie, darunter eine blaue, gleichmäßig gezackte Dreieckslinie; links und rechts vom Messfeld stehen Symbolleisten mit gelben Funktionspiktogrammen (z. B. Periodendauer, Frequenz) und rechts vertikale Softkeys mit Kurven-Symbolen sowie deutschen Beschriftungen wie „Rückkehr“ und „abbrechen“. Am unteren Displayrand sind farbige Kanalbalken und Skalierungsangaben erkennbar. Rechts neben dem Display befinden sich zahlreiche Tasten und Drehregler; die Kanal-Tasten „CH1“ und „CH2“ leuchten grün. Unten rechts sind zwei BNC‑Buchsen mit einem gelben und einem schwarzen Koaxkabel belegt, eine weitere Buchse daneben ist frei. Links unten am Gerät sind ein Netzschalter und ein USB‑Anschluss sichtbar.
Abbildung EA-3.6.1: Oszilloskop mit zahlreichen Zusatzfunktionen

Betrachten wir die Anzeige des Oszilloskops in Abbildung EA-3.6.2 nun etwas genauer. Mit einem Oszilloskop lassen sich beispielsweise die Kenngrößen einer sinusförmigen Wechselspannung ($T$, $\hat{U}$, $U_\text{SS}$ und $U_\text{eff}$) bestimmen. Neben dem Signalverlauf werden eine Zeit- und eine Spannungsangabe eingeblendet – im Beispiel $\qty{50,0}{\nano\second}$ und $\qty{500}{\milli\volt}$. Das bedeutet, dass ein Kästchen in horizontaler Richtung 50 Nanosekunden und in vertikaler Richtung 500 Millivolt entspricht. Diese Kästchen werden oft als Divisionen oder Skalenteile bezeichnet, daher auch die Schreibweise $\qty{500}{\milli\volt\per div}$.

Der folgende Alt-Text wurde noch nicht geprüft: Zusammenfassung: Oszilloskopanzeige mit einer türkisen, sinusförmigen Kurve auf schwarzem Raster.

Detaillierte Beschreibung: Das Bild zeigt einen schwarzen Bildschirm mit feinem, grauem Gitter. Eine durchgehende, leuchtend türkise Kurve verläuft von links nach rechts und bildet eine regelmäßige Sinuswelle mit mehreren Wellenbergen und -tälern, symmetrisch um die Bildschirmmitte. Oben links steht in einem dunklen Feld „H 50.0ns“. Unten links ist ein cyanfarbener Kasten mit „2“ und „500 mV“ zu sehen; am linken Rand befindet sich ebenfalls ein kleines cyanfarbenes „2“-Label für den aktiven Kanal. Oben mittig ist ein kleines, gelbes Trigger-Dreieck, rechts mittig ein gelbes „T“-Marker am Rand. Die Kurve ist glatt, gleichmäßig und folgt dem Raster horizontal über den gesamten Anzeigebereich.
Abbildung EA-3.6.2: eine sinusförmige Spannung, dargestellt auf einem digitalen Oszilloskop

Wir können uns das als Koordinatensystem vorstellen und die Periodendauer ($T$) und die Amplitude ($\hat{U}$) ablesen. Im Beispiel ist eine Periode 5 Kästchen oder Skalenteile lang. Multipliziert mit $\qty{50,0}{\nano\second}$ pro Skalenteil ergibt das die Periodendauer $\qty{250,0}{\nano\second}$. Die Amplitude, also die größte Abweichung von der Nulllage, beträgt $\qty{1500}{\milli\volt}$ oder $\qty{1,5}{\volt}$, denn sie ist 3 Skaltenteile hoch und jeder Teil entspricht $\qty{500}{\milli\volt}$.

EI301: Die Zeitbasis eines Oszilloskop ist so eingestellt, dass ein Skalenteil 0,5 ms entspricht. Welche Periodendauer hat die angelegte Spannung?
1) Kurzbeschreibung: Sinusförmige Kurve in einem Koordinatensystem ohne Achsenbeschriftung.

2) Ausführliche Beschreibung: Das Bild zeigt ein rechteckiges Diagramm mit einem Gitternetz ohne Achsenbeschriftung. Eine Sinuskurve verläuft von links nach rechts: Sie startet am linken Rand auf der Nulllinie, steigt zu einem Maximum, fällt über die Nulllinie hinaus nach unten zu einem Minimum und steigt dann wieder bis zur Nulllinie.

Für einfache Messungen haben viele digitale Oszilloskope eine AUTO-Taste. Wenn man sie drückt, werden einige Einstellungen automatisch vorgenommen und meistens erscheint ein stehendes Bild der angelegten Signale. Die Anzeige lässt ich in der Waagerechten verschieben. Ein Drehknopf mit dieser Funktion ist oft mit X-Position beschriftet. Zum Ablesen der Periodendauer schiebt man einen markanten Punkt wie einen Nulldurchgang auf eine senkrechte Linie des Gitters und zählt, wie viele Skalenteile einer Periode entsprechen.

Sobald die Periodendauer einer Schwingung bekannt ist, lässt sich daraus auch die Frequenz bestimmen. In der Klasse N haben wir bereits den qualitativen Zusammenhang kennengelernt: Die Frequenz gibt die Zahl der Schwingungen pro Sekunde an. Beträgt die Periodendauer eine Sekunde, so ergibt sich eine Frequenz von 1 Hz. Halbieren wir die Periodendauer auf eine halbe Sekunde, passen zwei Schwingungen in eine Sekunde – die Frequenz liegt dann bei 2 Hz.

In der Klasse E betrachten wir diesen Zusammenhang nun als Formel:

$f=\dfrac{1}{T}$ oder $T=\dfrac{1}{f}$

Die Frequenz in Hertz ist der Kehrwert der Periodendauer in Sekunden.

Das Signal in Abbildung EA-3.6.2 hat also die Frequenz

$f = \dfrac{1}{250\text{ ns}} = 4 \text{ MHz}$.

EB408: Die Periodendauer von 50 μs entspricht einer Frequenz von ...
EB409: Welche Frequenz hat die in diesem Oszillogramm dargestellte Spannung in etwa?
1) Kurzbeschreibung: Sinusförmige Kurve in einem Koordinatensystem mit den Achsenbeschriftungen „3 V/Div.“ (vertikal) und „3 µs/Div.“ (horizontal).

2) Ausführliche Beschreibung: Das Bild zeigt ein rechteckiges Diagramm mit einem Gitternetz. Links am Rand steht die vertikale Achsenbeschriftung „3 V/Div.“, unten rechts die horizontale Achsenbeschriftung „3 µs/Div.“. Eine Sinuskurve verläuft von links nach rechts: Sie startet am linken Rand auf der Nulllinie, steigt zu einem Maximum, fällt über die Nulllinie hinaus zu einem Minimum, steigt wieder zu einem Maximum und endet am rechten Rand in einem Minimum.
EB411: Welche Frequenz hat das in diesem Schirmbild dargestellte Signal?
1) Kurzbeschreibung: Sinusförmige Kurve in einem Koordinatensystem mit den Achsenbeschriftungen „10 mV/Div.“ (vertikal) und „0,03 µs/Div.“ (horizontal).

2) Ausführliche Beschreibung: Das Bild zeigt ein rechteckiges Diagramm mit einem Gitternetz. Links am Rand steht die vertikale Achsenbeschriftung „10 mV/Div.“, unten rechts die horizontale Achsenbeschriftung „0,03 µs/Div.“. Eine Sinuskurve verläuft von links nach rechts: Sie startet am linken Rand auf der Nulllinie, steigt zu einem Maximum, fällt über die Nulllinie hinaus zu einem Minimum, steigt wieder zu einem Maximum und endet am rechten Rand in einem Minimum.
EB410: Welche Frequenz hat die in diesem Oszillogramm dargestellte Spannung?
1) Kurzbeschreibung: Sinusförmige Kurve in einem Koordinatensystem mit den Achsenbeschriftungen „10 V/Div.“ (vertikal) und „5 ms/Div.“ (horizontal).

2) Ausführliche Beschreibung: Das Bild zeigt ein rechteckiges Diagramm mit einem Gitternetz. Links am Rand steht die vertikale Achsenbeschriftung „10 V/Div.“, unten rechts die horizontale Achsenbeschriftung „5 ms/Div.“. Eine Sinuskurve verläuft von links nach rechts: Sie startet am linken Rand auf der Nulllinie, steigt zu einem Maximum, fällt über die Nulllinie hinaus zu einem Minimum, steigt wieder zu einem Maximum und endet am rechten Rand in einem Minimum.
EI302: Die Zeitbasis eines Oszilloskops ist so eingestellt, dass ein Skalenteil 0,5 ms entspricht. Welche Frequenz hat die angelegte Spannung?
1) Kurzbeschreibung: Sinusförmige Kurve in einem Koordinatensystem ohne Achsenbeschriftung.

2) Ausführliche Beschreibung: Das Bild zeigt ein rechteckiges Diagramm mit einem Gitternetz ohne Achsenbeschriftung. Eine Sinuskurve verläuft von links nach rechts: Sie startet am linken Rand auf der Nulllinie, steigt zu einem Maximum, fällt über die Nulllinie hinaus nach unten zu einem Minimum und steigt dann wieder bis zur Nulllinie.

Manchmal werden Signale ungewollt verformt. Das geschieht zum Beispiel, wenn in einen Verstärker eine zu hohe Eingangsspannung eingespeist wird. Man sagt dann, der Verstärker ist übersteuert und sein Ausgangssignal verzerrt. Starke Verzerrungen wie in Abbildung EA-3.6.3 kann man mit einem Oszilloskop erkennen. Für die Beurteilung von Audio-Signalen im Amateurfunk reicht das meistens aus.

Der folgende Alt-Text wurde noch nicht geprüft: Kurzfassung: Oszilloskopanzeige mit einer gelben Sinuskurve im oberen Bereich und einer cyanfarbenen, annähernd rechteckigen Kurve im unteren Bereich.

Detaillierte Beschreibung: Schwarzer Bildschirm mit feinem grauen Raster. Oben links steht „H 200us“. Links am Rand sind die Kanalmarken „1“ (gelb) und „2“ (cyan) zu sehen. Die gelbe Spur verläuft im oberen Bildbereich als gleichmäßige, glatte Sinuswelle und wiederholt sich mehrfach über die Breite. Die cyanfarbene Spur liegt im unteren Bildbereich und zeigt ein periodisches Signal mit flachen Plateaus oben und unten sowie schrägen Anstiegs- und Abfallflanken, ebenfalls mehrfach über die Breite. In der oberen Randlinie befindet sich mittig ein kleines orangefarbenes Symbol; am rechten Rand sind orange Markierungen mit „T“. Unten links zeigt die Legende farbcodiert „1 = 2.00 V“ und „2 = 5.00 V“.
Abbildung EA-3.6.3: sinusförmiges Eingangssignal (oben) und verzerrtes Ausgangsignal eines übersteuerten Verstärkers

Ob ein Hochfrequenzsignal frei von Verzerrungen ist, die andere Frequenzbereiche beeinträchtigen, kann man mit einem Oszilloskop nicht gut genug einschätzen. Dafür ist ein Spektrum-Analysator das richtige Messgerät.

EI304: Welches dieser Geräte wird für die Anzeige von NF-Verzerrungen verwendet?

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