Funkfernschreiben (Klasse N)

ACHTUNG: Die Inhalte auf dieser Seite beziehen sich auf Amateurfunkprüfungen, die ab dem 24.06.2024 abgenommen werden. Für Prüfungen, die vor diesem Stichtag stattfinden, gilt noch der alte Prüfungsfragenkatalog, für den der alte Online-Kurs besser geeignet ist.

Für die Kommunikation mittels Funkfernschreiben zwischen Amateurfunkstationen gibt es verschiedenste Verfahren. Damit eine Verbindung zustande kommt, müssen beide Kommunikationspartner das gleiche Übertragungsverfahren und die gleichen Parameter verwenden. Das gilt um so mehr, weil nicht jedem Verfahren eindeutige Frequenzbereiche zugeordnet sind.

NE401: Was sollten Sie bei der Übertragung eines Textes per Funkfernschreiben beachten?

Die Abwicklung einer Telegrafie-Verbindung erfolgt sowohl bei der Morsetelegrafie als auch mit dem Computer ähnlich wie im Sprechfunk, aber mit bestimmten Abkürzungen. Diese Abkürzungen vereinfachen die Abwicklung und verkürzen die Übertragungsdauer. Es gibt auch die sogenannten Q-Gruppen. Das sind weltweit einheitliche dreibuchstabige Abkürzungen, die immer mit dem Buchstaben Q beginnen. Darauf gehen wir im Kapitel Q-Gruppen und Locator näher ein.

BB101: Warum werden insbesondere in der Telegrafie (z. B. CW, JS8, RTTY) betriebliche Abkürzungen und Q-Gruppen verwendet?

Seitlich ist ein üblicher Ablauf einer kurzen Telegrafieverbindung dargestellt. Mit der Tabelle 40 kann die Bedeutung dahinter entschlüsselt werden.

CQ CQ CQ DE DL2AB DL2AB DL2AB PSE K
DL2AB DE DL1PZ K
DL1PZ DE DL2AB = UR RST 599 599 = DL1PZ DE DL2AB K
DL2AB DE DL1PZ = TNX RPRT, UR 479 479 BK
BK QSL = VY 73 DE DL2AB SK
R 73 DE DL1PZ SK
Abkz. Bedeutung
BK Unterbrechung der Sendung; Formlose Übergabe
CQ Allgemeiner Anruf (vom Englischen „Seek You“)
DE von
K Aufforderung zum Senden
PSE Bitte (vom Englischen „Please“)
QSL Ich bestätige den Empfang
R Received (Empfangsbestätigung)
RPRT Rapport (vom Englischen „Report“)
RST RST-Rapport
SK Ende der Verbindung (vom Englischen „Silent Key“)
TNX Danke (vom Englischen „Thanks“)
UR du bist (im Sinne von „dein Signal ist“, vom Englischen „you are“)
VY sehr (vom Englischen „very“)
73 viele Grüße
= Trennzeichen
Tabelle 40: Betriebliche Abkürzungen in der Telegrafie

Es gibt auch digitale Übertragungsverfahren, bei denen die Abwicklung anders erfolgt. FT8 oder FT4 funktionieren beispielsweise auch bei widrigen Funkbedingungen, also wenn beim Empfänger im Vergleich zum Grundrauschen lediglich eine niedrige Signalstärke erreicht werden kann. Dafür können bei den genannten Verfahren aber nur ganz wenige Zeichen je Sendung übertragen werden. Entsprechend ist die Abwicklung noch kompakter. Andere digitale Verfahren übertragen gar keine Texte, sondern beispielsweise Bilder oder Video, mit an diese Umstände angepasster Betriebsabwicklung. Darauf wird in der Prüfung aber nicht eingegangen.

BE112: Wie gestalten Sie beispielsweise als „DL2AB“ einen allgemeinen Anruf in Telegrafie?
BB109: Was bedeutet „K“ am Ende eines Durchgangs in Telegrafie?
BB110: Was bedeutet „R“ am Anfang eines Durchgangs in Telegrafie?
BB108: Was bedeutet die Betriebsabkürzung „BK“ in Telegrafie?

Eine Besonderheit gibt es noch bei Betriebsabwicklung in Morsetelegrafie zu beachten: Die Wahl einer geeigneten Geschwindigkeit. Morsezeichen können unterschiedlich schnell gegeben werden. Allerdings braucht es viel Übung, um auch schnell gegebene Morsezeichen aufnehmen zu können. Daher ist es wichtig, darauf zu achten, die Gegenstelle mit der Geschwindigkeit nicht zu überfordern. Es ist eine gute Faustregel, nicht schneller zu geben als die andere Station und auch nicht schneller, als man selber aufnehmen kann. So ist sichergestellt, dass alle mitkommen.

BE117: Mit welcher Geschwindigkeit sollten Sie einen Anruf in Morsetelegrafie beantworten? In der Regel antworte ich ...
BE118: Was sollten Sie hinsichtlich der Geschwindigkeit bei Morsetelegrafie beachten? Ich gebe in der Regel ...