Innenwiderstand von Strom- und Spannungsquellen

In der Klasse E haben wir bereits Spannungsquellen kennen gelernt. Zunächst wollen wir uns mit der Stromquelle beschäftigen, bevor wir den Innenwiderstand von Spannungs- und Stromquellen genauer betrachten.

Ähnlich wie bei der Spannungsquelle, sorgt eine Stromquelle dafür, dass diese möglichst einen konstanten Strom liefert. Abbildung NEA-10.2.1 zeigt deren Ersatzschaltbild.

TODO
Abbildung NEA-10.2.1: Ersatzschaltbild Stromquelle $R_i$ hochohmig

Betrachtung einer Konstantstromquelle am Beispiel eines Labornetzgerätes:

Dieser Alt-Text wurde noch nicht überprüft.

1. Zusammenfassung: Nahaufnahme der Frontplatte eines Geräts EA‑3023 mit zwei analogen Anzeigen (Volt und Ampere), zwei großen Drehknöpfen, einem rot leuchtenden Wippschalter und mehreren farbigen Anschlussbuchsen mit eingesteckten Leitungen.

2. Detaillierte Beschreibung: Links sind zwei schwarze Drehknöpfe mit roten Mitten zu sehen; um den oberen Knopf ist „0 … 30V“ markiert, um den unteren „0,1A 0,5A 2,5A“. Dazwischen befindet sich ein rechteckiger, rot beleuchteter Wippschalter mit der Beschriftung „Ein“ oben und „Aus“ unten. Darüber steht ein stilisiertes „EA“-Logo, daneben mehrfach „30V“. Im unteren linken Bereich steht „EA‑3023“ und „Made in W.-Germany“. Entlang der unteren Kante sind mehrere 4‑mm‑Buchsen und Stecker sichtbar: u. a. ein grüner, ein roter und ein schwarzer Stecker mit angeschlossenen Kabeln; neben den Buchsen ist „0‑30V“ aufgedruckt. Rechts sind zwei übereinander angeordnete analoge Messwerke der Marke „MONACOR“: oben mit der Skala „0–30“ und dem Symbol „V“ (Volt), unten mit der Skala „0–3“ und dem Symbol „A“ (Ampere); beide Instrumente tragen die Kennzeichnung „Kl. 2.0“. Das Gehäuse wirkt metallisch/silbern, die Beschriftungen sind schwarz, Bedienelemente überwiegend schwarz mit roten Akzenten.
Abbildung NEA-10.2.2: Labornetzgerät mit eingestellter Strombegrenzung auf $\qty{500}{\milli\ampere}$

In Labornetzgeräten ist eine Strombegrenzung eingebaut, d. h. übersteigt der Laststrom eine maximale Stromstärke, wird die Klemmenspannung so abgesenkt, dass der Laststrom konstant bleibt. Dies entspricht der Funktion einer Konstantstromquelle -- Bei Kurzschluss an den Ausgangsklemmen fließt der eingestellte maximale Strom.

Eine ideale Konstantstromquelle liefert unabhängig von der angeschlossenen Last einen konstanten Dauerstrom. In der Theorie ist dies bei einem unendlichen Innenwiderstand möglich. In der Praxis haben Stromquellen einen sehr hohen Innenwiderstand.

Dieser Alt-Text wurde noch nicht überprüft.

Kurzfassung: Schaltbild eines Stromkreises mit einer realen Spannungsquelle links (markierter Bereich) und einem Lastwiderstand rechts.

Detailbeschreibung: Links ist ein hellblau hinterlegter, gestrichelt umrandeter Bereich mit der Beschriftung „Reale Spannungsquelle“. Darin liegen vertikal in Serie ein rechteckiger Widerstand mit der Beschriftung „Ri“ (oben) und darunter eine kreisförmige Spannungsquelle mit der Beschriftung „Uq“. Oben und unten sind je ein Klemmenpunkt als offene Kreismarkierung eingezeichnet, die nach rechts zu einem rechteckigen Leitungsrahmen führen. Im rechten Schenkel dieses Rahmens sitzt ein vertikal gezeichneter rechteckiger Widerstand mit der Beschriftung „RL“. Auf der oberen waagerechten Leitung zeigt ein Pfeil nach rechts mit der Beschriftung „I“. Zwischen der oberen und unteren Klemme im mittleren freien Feld ist ein nach unten gerichteter Pfeil mit der Beschriftung „Uk“ eingezeichnet. Die Leitungen bilden einen geschlossenen rechteckigen Stromkreis.
Abbildung NEA-10.2.3: Ersatzschaltbild Spannungsquelle

Die Abbildung NEA-10.2.3 zeigt ein Ersatzschaltbild einer Spannungsquelle. Der Innenwiderstand $R_i$ liegt in Reihe zur idealen Spannungsquelle und sollte im Ideallfall $\qty{0}{\ohm}$ betragen. In der Praxis haben Spannungsquellen einen kleinen Innenwiderstand.

AB201: Welche Eigenschaften sollten Strom- und Spannungsquellen nach Möglichkeit aufweisen?

Wird eine reale Spannungsquelle mit $R_L$ belastet, so sinkt die Klemmenspannung $U_k$. Grund dafür ist der vorhandene Innenwiderstand $R_i$ dieser Spannungsquelle. Durch ihn entsteht quasi ein Spannungsteiler. Da die Quellenspannung $U_q$ im Leerlauf, also ohne Belastung $U_q=U_L$ ist, nennt man diese auch Leerlaufspannung.

Mit einem Multimeter ist der Innenwiderstand nicht messbar, man kann ihn aber rechnerisch über das Ohmsche Gesetz ermitteln (vgl. Formelsammlung):

$$R_i = \frac{\Delta U}{\Delta I}$$

Zur Berechnung werden zwei Belastungsfälle benötigt:

  1. Leerlauf ohne Belastung: $I = \qty{0}{\ampere}$ und $U_L = U_q$
  2. Belastung mit $R_L$: Wir messen $I_L$ und $U_L$

Über die Spannungsveränderung ($\Delta U = U_q~-~U_L$) an den Klemmen und die Laststromveränderung ($\Delta I = I_L~-~\qty{0}{\ampere}$), kann der Innenwiderstand nach der obigen Formel berechnet werden.

$$R_i = \frac{\Delta U}{\Delta I} = \frac{U_q - U_L}{I_L-\qty{0}{\ampere}} = \frac{U_q - U_L}{I_L}$$

Mit diesem Wissen können wir die folgenden Prüfungsfragen beantworten:

AB205: Die Leerlaufspannung einer Spannungsquelle beträgt 5,0 V. Schließt man einen Belastungswiderstand mit 1,2 Ohm an, so geht die Klemmenspannung der Spannungsquelle auf 4,8 V zurück. Wie hoch ist der Innenwiderstand der Spannungsquelle?
AB206: Die Leerlaufspannung einer Gleichspannungsquelle beträgt 13,5 V. Wenn die Spannungsquelle einen Strom von 0,9 A abgibt, sinkt die Klemmenspannung auf 12,4 V. Wie groß ist der Innenwiderstand der Spannungsquelle?
AB207: Die Leerlaufspannung einer Gleichspannungsquelle beträgt 13,5 V. Wenn die Spannungsquelle einen Strom von 2 A abgibt, sinkt die Klemmenspannung auf 13 V. Wie groß ist der Innenwiderstand der Spannungsquelle?
AB208: Die Leerlaufspannung einer Gleichspannungsquelle beträgt 13,8 V. Wenn die Spannungsquelle einen Strom von 20 A abgibt, bleibt die Klemmenspannung auf 13,6 V. Wie groß ist der Innenwiderstand der Spannungsquelle?

Wir fassen zusammen:

  • Spannungsquellen sollen einen sehr niedrigen Innenwiderstand $R_i \ll R_L$ aufweisen, im Idealfall: $\qty{0}{\ohm}$, dann bleibt die Ausgangsspannung bei Belastung unverändert. Bleibt die Klemmenspannung bei Belastung konstant, dann spricht man von Spannungsanpassung.
  • Stromquellen sollen einen sehr hohen Innenwiderstand $R_i \gg R_L$ aufweisen. Idealfall: $\qty{\infty}{\ohm}$, dann bleibt der Laststrom bei Änderung des Lastwiderstandes konstant, deshalb spricht man auch von Stromanpassung.
AB203: In welchem Zusammenhang müssen der Innenwiderstand $R_{\textrm{i}}$ einer Spannungsquelle und ein direkt daran angeschlossener Lastwiderstand $R_{\textrm{L}}$ stehen, damit Spannungsanpassung vorliegt?
AB204: In welchem Zusammenhang müssen der Innenwiderstand $R_\textrm{i}$ einer Stromquelle und ein direkt daran angeschlossener Lastwiderstand $R_\textrm{L}$ stehen, damit Stromanpassung vorliegt?

Soll eine Spannungsquelle die maximale Leistung an eine Last abgeben, spricht man von Leistungsanpassung. Dies ist beispielsweise auch bei einem Sender wichtig, der möglichst viel Leistung an eine Antenne übertragen soll.

Die maximale Leistungsübertragung wird erreicht, wenn

$$R_i = R_L$$

gilt, also Innenwiderstand und Lastwiderstand gleich groß sind.

In diesem Fall verteilt sich die Quellenspannung gleichmäßig auf Innenwiderstand und Last. Dadurch ergibt sich an der Last das maximale Produkt aus Spannung und Strom und somit die größtmögliche Leistung.

Die Abbildung NEA-10.2.5 zeigt die normierte Leistung an der Last in Abhängigkeit vom Verhältnis $R_L/R_i$. Das Maximum wird genau bei $R_L/R_i = 1$ erreicht, also dann, wenn Innenwiderstand und Lastwiderstand gleich groß sind. Allerdings beträgt der Wirkungsgrad bei der Leistungsanpassung nur $\qty{50}{\percent}$, da die gleiche Leistung sowohl an der Last als auch am Innenwiderstand umgesetzt wird.

TODO
Abbildung NEA-10.2.4: Optimale Leistungsanpassung bei $R_i = R_L$, hier wird der Quotient $\frac{R_L}{R_i}=1$ und damit die maximale Leistung an der Last abgegeben. Der Plot ist logarithmisch.
Das Bild zeigt ein Diagramm mit einer Kurve, die von links schnell ansteigt, ein Maximum erreicht und dann langsam abfällt. Die Y-Achse ist mit P_L beschriftet, die X-Achse mit R_L in Ohm. Der maximale Punkt der Kurve auf der Y-Achse ist mit
Abbildung NEA-10.2.5: Optimale Ausgangsleistung bei $\qty{50}{\ohm}$ Lastwiderstand bei einem Innenwiderstand von $\qty{50}{\ohm}$. Der Plot ist nicht logarithmisch.

Wechselspannungsquellen, z. B. Sinusgeneratoren besitzen auch einen Innenwiderstand, der an der Ausgangsbuchse angeben ist.

Dieser Alt-Text wurde noch nicht überprüft.

Zusammenfassung: Ausschnitt der Frontplatte eines elektronischen Messgeräts mit mehreren Drehknöpfen und BNC-Buchsen für Ausgang und Frequenzeingang.

Detaillierte Beschreibung: Oben verläuft eine Reihe hellgrauer, quadratischer Tasten mit Symbolen (u. a. Wellenformen) und Beschriftungen wie INV, DC und -20 dB (ATT). Darunter links ein großer, beigefarbener Drehknopf mit der Beschriftung DC OFFSET und dem Hinweis → PULL; in der Mitte ein gleich großer Knopf LEVEL mit Skala von MIN bis MAX. Rechts daneben eine silberne, runde BNC-Buchse mit der Beschriftung OUTPUT und 50 Ω sowie einem Warnsymbol. Im unteren, hellblauen Bereich befindet sich links ein weiterer Drehknopf F MAX. In der Mitte ist eine BNC-Buchse unter der Überschrift FREQ INPUT, umgeben von den Angaben LF 5 Hz–5 MHz und HF 4 MHz–120 MHz. Rechts unten eine weitere BNC-Buchse mit der Beschriftung OUTPUT TTL und einem Warnsymbol. Die Front ist dunkelblau mit hellblauen Feldern; die Bedienelemente wirken leicht benutzt.
Abbildung NEA-10.2.6: Sinusgenerator mit 50 Ohm Innenwiderstand

Der in der Hochfrequenztechnik häufig verwendete Wert von $\qty{50}{\ohm}$ ist ein technischer Kompromiss zwischen maximaler Leistungsübertragung und möglichst geringen Verlusten in Leitungen.

Koaxialkabel mit einem Wellenwiderstand von etwa $\qty{30}{\ohm}$ können besonders hohe Leistungen übertragen, da der Strom im Kabel geringer verteilt wird. Kabel mit etwa $\qty{77}{\ohm}$ besitzen dagegen die geringsten Dämpfungsverluste und eignen sich besonders gut für eine verlustarme Signalübertragung.

Der heute weit verbreitete Wert von $\qty{50}{\ohm}$ liegt zwischen beiden Optima und stellt einen guten Kompromiss aus hoher Leistungsübertragung, moderaten Verlusten und praktikabler Kabelkonstruktion dar. Deshalb haben sich $\qty{50}{\ohm}$ in der Funktechnik als Standard etabliert.

Wird ein Sender, ein Kabel und eine Antenne jeweils auf $\qty{50}{\ohm}$ angepasst, dann wird die Leistung optimal übertragen und Reflexionen auf der Leitung werden minimiert.

TODO
Abbildung NEA-10.2.7: 50 Ohm als Kompromiss zwischen maximaler Leistungsübertragung und minimalen Verlusten in der Hochfrequenztechnik

Jetzt weißt du auch, warum unsere Plattform 50ohm.de heißt: Wir wollen dir helfen, die Prüfungsfragen zu meistern und damit die optimale Leistung in der Prüfung zu erreichen 🤓

AG401: Welche Lastimpedanz ist für eine Leistungsanpassung erforderlich, wenn die Signalquelle eine Ausgangsimpedanz von 50 Ohm hat?
AB202: In welchem Zusammenhang müssen der Innenwiderstand $R_\textrm{i}$ einer Strom- oder Spannungsquelle und ein direkt daran angeschlossener Lastwiderstand $R_\textrm{L}$ stehen, damit Leistungsanpassung vorliegt?

Weiter zum nächsten Abschnitt: Netzgerät