Batterien und Akkus

Wie wir schon gelernt haben, liefern Batterien deshalb eine elektrische Spannung, weil darin Ladungen getrennt werden. Dies wird durch elektrochemische Vorgänge erreicht. Diese finden statt, sobald der Stromkreis geschlossen ist. Akkumulatoren, kurz Akkus genannt, funktionieren ganz ähnlich. Sie haben aber die Besonderheit, dass sie wiederaufladbar sind. Dabei wird Spannung an die Batterie angelegt und die elektrochemische Reaktion läuft umgekehrt ab. Anschließend kann das Entladen erneut beginnen. Batterien können hingegen nicht wieder aufgeladen werden, sondern sind nur einmal verwendbar.

In Handfunkgeräten werden meistens Akkus, manchmal aber auch Batterien eingesetzt. Um Funkstationen unabhängig vom Stromnetz, z. B. auf einem Fieldday, zu betreiben, werden häufig Akkus verwendet.

Der Aufdruck auf Batterien (Abbildung NE-10.3.1) kennzeichnet z. B. den Plus- bzw. Minuspol und weist auf polungsrichtigen Einsatz hin. Bei Batterien ist der Warnhinweis „Nicht wiederaufladbar“ stets zu beachten.

Abbildung NE-10.3.2 zeigt das Schaltzeichen einer Batterie beziehungsweise eines Akkus. Der lange Strich im Schaltzeichen kennzeichnet den Plus-Pol, der kurze den Minus-Pol. Als Eselsbrücke gilt: ein Plus-Zeichen erfordert 2 Striche, ein Minus-Zeichen aber nur einen.

NB201: Welches Bauteil wird durch das Schaltzeichen symbolisiert?
1) Kurzbeschreibung: Horizontale Linie mit einem Symbol aus einer dünnen vertikalen und einer dickeren vertikalen Linie in der Mitte.

2) Ausführliche Beschreibung: Eine horizontale Linie ist in der Mitte durch ein Symbol aus einer dünnen vertikalen und einer dickeren vertikalen Linie unterbrochen. Es sind keine Beschriftungen, Maße, Achsen oder weiteren Bauteile vorhanden.
NB203: Wie lauten die Bezeichnungen für die Anschlüsse 1 und 2 im Schaltsymbol?
1) Kurzbeschreibung: Horizontale Linie mit dem Symbol für eine Spannungsquelle in der Mitte; links steht die Ziffer „1“, rechts die Ziffer „2“.

2) Eine horizontale Linie verläuft von links nach rechts. Links außerhalb der Linie steht die Ziffer „1“, rechts die Ziffer „2“. Etwa in der Mitte befindet sich das Symbol für eine Spannungsquelle: zwei kurze, parallele, senkrechte Linien mit kleinem Abstand; die linke Linie ist länger und schmaler als die rechte. Weitere Bauteile, Beschriftungen oder Achsen sind nicht vorhanden.

1) Kurzbeschreibung: Zylindrische Alkaline-Batterie mit gelben Markierungen für den Pluspol und mit Sicherheitshinweisen.

2) Ausführliche Beschreibung: Das Foto zeigt eine Batterie mit der Beschriftung „ALKALINE“. Auf dem Foto gibt es gelb umrandete Markierungen für den Pluspol (links), für Sicherheitshinweise „Nicht ins Feuer werfen • Nicht öffnen • Nicht aufladen“ sowie darunter „Auf Polarität achten (+/–)“ (in der Mitte) und eine durchgestrichene Mülltonne. Außerdem gibt es Sicherheitshinweise in englischer Sprache, die auf dem Foto nicht umrandet sind.
Abbildung NE-10.3.1: Eine Batterie mit Kennzeichnung der Pole und Warnhinweisen

1) Kurzbeschreibung: Horizontale Linie mit dem Symbol für eine Spannungsquelle in der Mitte; links steht die Ziffer „1“, rechts die Ziffer „2“.

2) Eine horizontale Linie verläuft von links nach rechts. Links außerhalb der Linie steht die Ziffer „1“, rechts die Ziffer „2“. Etwa in der Mitte befindet sich das Symbol für eine Spannungsquelle: zwei kurze, parallele, senkrechte Linien mit kleinem Abstand; die linke Linie ist länger und schmaler als die rechte. Weitere Bauteile, Beschriftungen oder Achsen sind nicht vorhanden.
Abbildung NE-10.3.2: Schaltzeichen einer Batterie

Es gibt unterschiedlichste Batterien und Akkus mit verschiedenen Spannungen, Kapazitäten und Bauformen:

  • Häufige Spannungsangaben bei Batterien oder Akkus sind z. B. 1,5 V oder 9 V. Es gibt sie aber auch mit anderen Spannungen. Ferngesteuerte Modellautos verwenden beispielsweise meist 7,2 V. In akkubetriebenen Werkzeugen finden sich oftmals Akkus mit 18 V, 20 V oder 40 V.
  • Die Kapazität einer Batterie oder eines Akkus wird in Amperestunden (Ah) angegeben. Hat ein Akku eine Kapazität von 5 Ah kann er für 5 Stunden einen Strom von einem Ampere fließen lassen – oder beispielsweise auch für 10 Stunden einen Strom von 0,5 Ampere oder einen Strom von 5 A für nur eine Stunde. Bei Batterien fehlt oft die Angabe der Kapazität. Haushaltsübliche Batterien haben oft eine Kapazität von weniger als 5 Ah. Große Akkus können auch 100 Ah oder mehr Kapazität aufweisen. Bei Akkus wird im Gegensatz zu Batterien praktisch immer die Kapazität angegeben.
  • Bei den Bauformen sind die zylinderförmigen AA- und AAA-Zellen sehr bekannt, die in den meisten Haushaltsgeräten eingesetzt werden. Es gibt aber gerade bei den Akkus alle möglichen Bauformen. Oftmals sogar Bauformen, die nur für ein einziges Gerät passen.

1) Kurzbeschreibung: Foto mit vier Batterietypen (AAA, AA, 9-V-Block und LR41-Knopfzelle), mit Spannungsangaben; Schaltzeichen für Spannungsquelle „G“.

2) Ausführliche Beschreibung: Das Foto zeigt vier verschiedene Batterietypen: von links „AAA 1,5 V“, „AA 1,5 V“, „9 V Block“ und unten links „LR41 1,5 V“. Unten rechts ist das Schaltzeichen für eine Batterie „G“ zu sehen.
Abbildung NE-10.3.3: Verschiedene Batterien und Akkus

Akkus sollten niemals komplett entladen werden. Diese sogenannte Tiefentladung kann den Akku beschädigen. Praktisch lässt sich die Entladung daran erkennen, dass die Spannung des Akkus nach und nach leicht absinkt. Die Stromentnahme muss beendet werden, bevor die vom Hersteller angegebene Mindestspannung unterschritten wird.

Viele Geräte benötigen mehrere Batterien. In der Regel dient dies zur Spannungserhöhung, wenn die Spannung einer einzelnen Batterie von z. B. 1,5 V nicht für den Betrieb ausreicht. Im Batteriefach des Geräts werden diese in Serie verschaltet, sodass der Minuspol der vorhergehenden Batterie jeweils auf den Pluspol der nachfolgenden trifft. Die Spannung an den Enden dieser Kette berechnet sich wie folgt:

$$\text{Gesamtspannung} = \text{Anzahl Batterien} \cdot \text{Batteriespannung}$$
NB204: Folgende Schaltung besteht aus Spannungsquellen von je 1,5 V. Welche Spannung misst man zwischen den Kontakten, die mit "+" und "-" gekennzeichnet sind?
1) Kurzbeschreibung: Reihenschaltbild mit einem in wechselnder Richtung gezeichneten Leiter mit sechs in den vertikalen Teilen des Leiters angeordneten Spannungsquellen zwischen einem „+“-Anschluss oben links und einem „−“- Anschluss oben rechts.

2) Ausführliche Beschreibung: Von einem mit „+“ beschrifteten offenen Anschlusspunkt links oben führt ein vertikaler Leiter nach unten zu einem Symbol für eine Spannungsquelle, wobei bei dem Symbol die längere Querlinie oberhalb der kürzeren Querlinie liegt. Anschließend verläuft der Leiter mit wechselnder Richtung (horizontal nach rechts, vertikal nach oben, horizontal nach rechts, vertikal nach unten usw.) über insgesamt fünf weitere identische Symbole, so dass alle Spannungsquellen in Reihe geschaltet simd. Am rechten Ende führt der letzte vertikale Teil des Leiters nach oben zu einem offenen Anschlusspunkt, der mit „−“ beschriftet ist. Es sind keine Werte oder weiteren Beschriftungen vorhanden.

Generell gilt, dass bei Batterien und Akkus ein Kurzschluss verhindert werden sollte. Gerade bei leistungsfähigen, modernen Akkus besteht die Gefahr der Überhitzung. Diese können in Brand geraten oder durch den entstehenden Kurzschlusstrom einen Brand verursachen.

Während bei Netzgeräten eine Sicherung im Fehlerfall den Stromfluss stoppen kann, fehlt dieser Schutzmechanismus bei Batterien bzw. Akkus meistens. Die Stromstärke, die Batterien und Akkus liefern können, übersteigt oftmals ein Vielfaches des Maximalstroms von Netzgeräten. Dies gilt insbesondere für hochkapazitive Akkus wie z. B. Autobatterien, die kurzzeitig 1000 A und mehr Strom liefern können. Bei der Nutzung von externen, hochkapazitiven Akkus sollte unbedingt eine zusätzliche Sicherung vorgesehen werden, wie sie beispielsweise in Abbildung NE-10.3.4 gezeigt wird!

1) Kurzbeschreibung: Anschlussbox eines Gleichstrom-Stromverteilers „RIGrunner 4005“ mit einem Eingang und fünf Ausgängen, jeweils bestückt mit Kfz-Stecksicherungen.

2) Ausführliche Beschreibung: Das Foto zeigt die Anschlussbox eines Gleichstrom-Stromverteilers „RIGrunner 4005“ des Unternehmens „West Mountain Radio“. Die Box besitzt nebeneinander einen Eingang („DCIN“) und fünf Ausgänge („1“ bis „5“). In der Eingangsbuchse steckt ein Anschlussstecker mit einem roten und einem schwarzen Gehäuse. Die Ausgänge bestehen aus Anschlussbuchsen, ebenfalls mit einem roten und einem schwarzen Gehäuse. Über dem Eingang und den Ausgängen sind jeweils Kfz-Stecksicherungen unterschiedlicher Farbe und mit unterschiedlicher Beschriftung zu sehen.
Abbildung NE-10.3.4: Anschlussbox mit Kfz-Sicherungen und verpolungsgeschützten Ausgängen zum Schutz von leistungsstarken Akkus

ND110: Was ist bei der Verwendung von Akkus und Batterien zu beachten?

Bei Akkus kommen unterschiedlichste Technologien zum Einsatz, die auf verschiedenen elektrochemischen Reaktionen basieren: Seit vielen Jahrzehnten werden Bleibatterien in Autos verwendet. Kleine, tragbare Geräte verwendeten früher Akkus mit Nickel und Cadmium (NiCd) und später dann die Nickel-Metallhydrid-Technologie (NiMH). Bei Mobiltelefonen, digitalen Kameras oder Notebooks dominieren heute Akkus mit Lithium-Ionen-Technologie. Im Amateurfunk werden zunehmend auch Lithium-Eisen-Phosphat-Mischungen (LiFePO4) verwendet.

Die Unterschiede der elektrochemischen Reaktionen sind beim Aufladen dieser verschiedenen Akkutypen zu berücksichtigen. Es müssen jeweils speziell für die Technologie angepasste Ladegeräte verwendet werden. Unsachgemäße Lade- und Entladevorgänge können zu Überhitzung der Akkus führen. Bei Berührung kann es dann zu gefährlichen Verbrennungen kommen. Auch Explosionen der Akkus und Brände sind durch Überhitzung möglich. Durch freiwerdende Flüssigkeiten kann es zu Verätzungen oder Vergiftungen kommen.

Batterien und Akkus sind immer sachgerecht zu entsorgen. Sie gehören nicht in den Hausmüll! Dies wird durch das durchgestrichene Mülltonnensymbol gekennzeichnet (vergleiche Abbildung NE-10.3.1).

NK306: Welche Gefahren drohen dem Anwender bei unsachgemäßem Umgang mit wiederaufladbaren Batterien?

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