Modulationseinstellungen am Funkgerät

An vielen Funkgeräten gibt es einen Schalter, um die zu verwendende Modulationsart auszuwählen. Meistens ist dieser mit „Mode“ beschriftet und erlaubt beispielsweise zwischen CW, AM, FM und SSB zu wählen. Funkgeräte, die nur eine Modulationsart unterstützen, haben natürlich keinen solchen Schalter.

Abkürzung Mode
CW Telegrafie
AM Amplitudenmodulation
FM Frequenzmodulation
LSB SSB unteres Seitenband („lower sideband“)
USB SSB oberes Seitenband („upper sideband“)
Tabelle NE-12.12.1: Häufig verwendete Modulationsarten

Mit dem Wissen, dass es sich bei SSB, FM und AM um Modulationsarten handelt, kann die folgende Frage leicht beantwortet werden. Die meisten der anderen in der Frage genannten Begriffe sind übrigens keine Modulationsarten, sondern digitale Übertragungsverfahren, auf die wir teilweise später erst eingehen werden.

NE102: In welcher der folgenden Antwortmöglichkeiten sind ausschließlich Modulationsarten enthalten?

Bei SSB ist zu beachten, das richtige Seitenband (LSB oder USB) auszuwählen. Im Amateurfunk wird mit wenigen Ausnahmen unterhalb von 10 MHz das untere Seitenband und ab 10 MHz das obere Seitenband benutzt. Dies ist auch so im IARU-Bandplan empfohlen.

Bei digitalen Übertragungsverfahren wird auch unterhalb von 10 MHz immer das obere Seitenband verwendet!

Aufgrund der erlaubten Bänder kann von Klasse N immer USB verwendet werden.

NE209: Die Darstellung zeigt das Display eines Transceivers. Was bedeutet die Anzeige "USB"?
1) Kurzbeschreibung: Bedien- und Anzeigefeld eines Funkgeräts mit großer Frequenzanzeige „144.315.0“, mehreren Balkenanzeigen mit Skalen sowie einer Spektrums- und Wasserfall-Darstellung.

2) Ausführliche Beschreibung: Oben links stehen große Sieben-Segment-Ziffern „144.315.0“, rechts daneben „USB“ und darunter „RX“. Oben rechts ist ein Lautsprechersymbol über einem horizontalen Balken mit der Beschriftung „0“ links und „100“ rechts; der Balken ist zur Hälfte dunkelgrau gefüllt. Links darunter befindet sich ein langer horizontaler Balken mit S-Skala. Oberhalb stehen die Werte „1 3 5 7 9 +20 +40“, unterhalb des Balkens steht eine P-Skala mit den Werten „1 5 10 15 20“. Der Balken ist von links bis zur Markierung „+20“ dunkelgrau gefüllt, der Rest ist weiß. Rechts daneben ist ein horizontaler „SWR“-Balken mit den Markierungen „1 2 3 ∞“. Dieser Balken ist weiß. Durch die Mitte der Abbildung führt eine horizontale Trennlinie. Im Feld darunter ist in der Mitte ein grau unterlegtes Spektrum mit schwarzer Kurve zu sehen: links der Mitte steigt die Kurve steil zu einem Spitzenwert an und fällt danach unruhig ab. Im unteren Feld erscheint eine Wasserfall-Darstellung: dunkler Hintergrund, in der Mitte ein sehr heller, schmaler vertikaler Streifen, der sich unterhalb des Spitzenwertes aus der Kurve darüber befindet. Links davon eine schmale, vertikal gestrichelte Linie; rechts davon ein vertikal angeordnetes Linienmuster.
BC202: Welches Seitenband wird bei SSB-Telefonie nach IARU-Empfehlung im 80 m-Band in der Regel benutzt?
BC203: Welches Seitenband wird bei SSB-Telefonie nach Empfehlung der IARU im 20 m-Band in der Regel benutzt?
NE211: Im 80 m-Band wird bei Sprechfunk das Modulationsverfahren SSB "Unteres Seitenband" verwendet. Auf welchen "MODE" stellen Sie den Amateurfunk-Empfänger ein?
NE210: Im 2 m-Band wird das "obere Seitenband" verwendet. Auf welchen "MODE" stellen Sie den Amateurfunk-Transceiver ein?

Wenn bei SSB das falsche Seitenband gewählt wird, dann ist die Sprache völlig unverständlich. Ebenfalls ist es bei SSB wichtig, die Empfangsfrequenz sehr feinfühlig mit dem VFO-Drehknopf einzustellen. Schon kleine Abweichungen von der richtigen Frequenz führen dazu, dass die Sprache unverständlich wird.

Dass die falsche Wahl des Seitenbands bei SSB zu unverständlicher Sprache führt, liegt daran, dass die beiden Seitenbänder gespiegelt sind. Während beim oberen Seitenband die tiefen Sprachfrequenzen weiter unten und die hohen Sprachfrequenzen weiter oben sind, ist es beim unteren Seitenband genau andersherum. Wenn also mit dem falschen Seitenband empfangen wird, dann werden die eigentlich tiefen Töne als hohe Töne wiedergegeben und die eigentlich hohen Töne als tiefe Töne.

Bei AM oder FM hingegen fallen leicht abweichende Frequenzen praktisch nicht auf, da beim Empfänger der Träger für die Demodulation, also die Wiederherstellung des Sprachsignals, herangezogen werden kann. Bei SSB gibt es jedoch keinen Träger. Daher muss bei SSB die Frequenz möglichst genau getroffen werden, damit die Stimme richtig klingt.

NE212: Sie können die Sprache beim SSB-Empfang nicht verstehen. Welche Vorgehensweise führt zum Ziel?

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