Langer und kurzer Weg II

In der Klasse E haben wir das Konzept des kurzen und langen Weges bereits kennengelernt. In der Klasse A möchten wir dieses Thema noch etwas vertiefen. Eine geradlinige Verbindung zwischen zwei Orten auf einer Kugel verläuft immer entlang des Großkreises. Die Richtung des kurzen und des langen Weges zum anderen Ort unterscheiden sich in der Richtung daher um genau 180°. Abbildung A-1.8.1 zeigt den Großkreis auf der Erdkugel – in Blau den kurzen Weg und in Rot den langen Weg, der einmal vollständig um den Globus herumführt.

AH216: Wie erkennt ein Funkamateur in der Regel, dass er mit "PY" auf dem indirekten und somit längeren Weg gearbeitet hat?

Der folgende Alt-Text wurde noch nicht geprüft: Zusammenfassung: Eine graue Gitterkugel zeigt zwei schwarze Punkte, die durch zwei unterschiedlich gefärbte, beschriftete Verbindungswege verbunden sind: „Kurzer Weg“ in Blau und „Langer Weg“ in Orange (teils gestrichelt).

Details: Die Grafik zeigt eine Kugel mit feinem, grauem Gitternetz aus gekrümmten Längs- und Breitenlinien; die Meridiane laufen oben mittig zusammen. Zwei schwarze Punkte markieren die Enden einer Verbindung: einer links unterhalb der Bildmitte, der andere rechts oberhalb der Bildmitte. Ein durchgezogener blauer Bogen verläuft zwischen diesen Punkten diagonal über die Vorderseite der Kugel; entlang des Bogens steht die blaue Beschriftung „Kurzer Weg“. Ein orangener Bogen verbindet dieselben Punkte in der entgegengesetzten Richtung; er ist an beiden Enden durchgezogen und in einem mittleren Abschnitt gestrichelt. Entlang des linken, durchgezogenen Teils steht die orange Beschriftung „Langer Weg“. Weitere Beschriftungen oder Maßangaben sind nicht vorhanden.
Abbildung A-1.8.1: Langer und kurzer Weg auf einer Kugel

Für Richtantennen (engl. Beams) gibt es sogenannte Beam-Karten, die die Wege aller möglichen Großkreise für einen bestimmten Startpunkt darstellen. Dabei handelt es sich um eine mittabstandstreue Azimutalprojektion, also eine Projektion des Erdballs auf eine Scheibe, in der sowohl die Entfernung als auch die Richtung jedes Punktes zum Kartenmittelpunkt exakt wiedergegeben werden. Der Funkamateur nutzt diese Kartendarstellung, um seine Richtantenne in die richtige Richtung zu drehen. Der angegebene Winkel entspricht dabei dem Winkel, der auch auf den typischen Rotorsteuerungen angezeigt wird. Abbildung A-1.8.2 zeigt eine solche Beam-Karte mit Berlin als Standort der Amateurfunkstation. Dass die Darstellung vom Standort der Station abhängt, erkennt man in Abbildung A-1.8.3, die eine Beam-Karte für Sydney in Australien darstellt.

Der folgende Alt-Text wurde noch nicht geprüft: 1) Zusammenfassung: Polare Weltkarte mit Gradskala 0°–360°; von einem markierten Punkt „Berlin“ führen eine grüne Linie „Kurzer Weg“ nach „Sydney“ und eine gelbe Linie „Langer Weg“ in entgegengesetzte Richtung, weitere Städte sind als rote Punkte beschriftet.

2) Detaillierte Beschreibung: Die runde Karte zeigt eine hellblaue Fläche mit weißen Landkonturen und ein graues Polargitternetz aus konzentrischen Kreisen und radialen Linien. Am Rand stehen in 10°-Schritten die Beschriftungen „0°“ oben, weiter im Uhrzeigersinn „10°, 20°, …, 90°, …, 180°, …, 270°, …, 350°“. In der Kartenmitte befindet sich ein roter Punkt mit der roten Beschriftung „Berlin“. Weitere rote Punkte mit roter Beschriftung: „New York“ links oberhalb der Mitte, „Buenos Aires“ links unten, „Tokyo“ rechts oberhalb der Mitte, „Sydney“ rechts bei etwa „80°“. Von „Berlin“ verläuft eine grüne, gerade Linie mit Pfeilspitze bei „Sydney“ und der grünen Aufschrift „Kurzer Weg“. Ebenfalls von „Berlin“ verläuft eine gelbe, gerade Linie mit Pfeilspitze nach links in Richtung der Markierungen um „260°–270°“; die gelbe Aufschrift entlang dieser Linie lautet „Langer Weg“.
Abbildung A-1.8.2: Beamkarte mit Berlin als Standort der Amateurfunkstation

Der folgende Alt-Text wurde noch nicht geprüft: Kurzfassung: Kreisförmige Weltkarte in polarer Projektion mit Gradskala am Rand; fünf orange markierte und beschriftete Punkte: „Berlin“, „Tokyo“, „New York“, „Buenos Aires“ und „Sydney“.

Detaillierte Beschreibung: Die Grafik zeigt eine runde Karte mit hellblauem Wasser und weißen Landkonturen. Vom Zentrum gehen feine radiale Gitterlinien aus, dazu liegen mehrere konzentrische Kreise; der Außenrand ist mit Winkeln von „0°“ oben im Uhrzeigersinn in 10°‑Schritten bis „350°“ beschriftet. Fünf Orte sind als kleine orange Punkte markiert und mit orangefarbener Schrift benannt: „Sydney“ liegt nahe der Kartenmitte; „Tokyo“ befindet sich oberhalb und etwas links von „Sydney“, näher am Rand; „New York“ steht auf der rechten Seite oberhalb der Mitte, nahe dem äußeren Rand; „Berlin“ ist links oberhalb der Mitte, ebenfalls randnah; „Buenos Aires“ liegt unten rechts, näher am unteren Rand. Die Landmassen sind unbeschriftet, nur ihre Umrisse sind sichtbar.
Abbildung A-1.8.3: Beamkarte mit Sydney als Standort der Amateurfunkstation

Wie in Abbildung A-1.8.2 dargestellt, beträgt die Entfernung von Deutschland nach Australien auf dem kurzen Weg über Ostasien rund 16.000 km bei einem Azimut von etwa 75°. Wählt man hingegen den langen Weg, so richtet man die Antenne auf 255° aus und überbrückt dabei fast 24.000 km – der Signalweg führt dann über Südamerika und den Südpazifik.

Obwohl Abbildung A-1.8.2 nicht für Frankfurt am Main, sondern für Berlin erstellt wurde, lassen sich damit die folgenden Fragen grob beantworten. In der Prüfung steht leider keine Beam-Karte als Hilfsmittel zur Verfügung. Wir empfehlen daher, sich die ungefähren Winkel der Kontinente einzuprägen – das ist auch später für den Funkbetrieb auf Kurzwelle hilfreich.

AH217: Eine Amateurfunkstation in Frankfurt/Main will eine Verbindung nach Tokio auf dem langen Weg herstellen. Auf welchen Winkel gegen Nord (Azimut) muss der Funkamateur seinen Kurzwellenbeam drehen, wenn die Beamrichtung für den kurzen Weg 38 ° beträgt? Er muss die Antenne drehen auf ...
AH218: Eine Amateurfunkstation in Frankfurt/Main will eine Verbindung nach Buenos Aires auf dem langen Weg herstellen. Auf welchen Winkel gegen Nord (Azimut) muss der Funkamateur seinen Kurzwellenbeam drehen, wenn die Beamrichtung für den kurzen Weg 231 ° beträgt? Er muss die Antenne drehen auf ...

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