Nicht-sinusförmige Signale

Ein ideales rein sinusförmiges Signal besteht nur aus seiner Grundwelle welche auch 1. Harmonische genannt wird. Sobald ein Signal nicht mehr der Sinusform entspricht und auch nur leicht davon abweicht, enthält das Signal ganzzahlige Vielfache seiner Grundschwingung, die auch Oberwellen oder Oberschwingungen genannt werden. Hierbei ist es wichtig zwischen den beiden Begriffen Oberwellen und Harmonischen zu differenzieren.

Die Abbildung A-9.2.1 und die Tabelle A-9.2.2 zeigt den Zusammenhang zwischen Oberwellen und Harmonischen, den man sich nur einmal einprägen muss. Die 1. Oberwelle entspricht hierbei der 2. Harmonischen der Grundschwingung und befindet sich auf der doppelten Frequenz der Grundschwingung. Die 2. Oberwelle entspricht der 3. Harmonischen der Grundschwingung und befindet sich auf der dreifachen Frequenz der Grundschwingung. Nach diesem Prinzip werden alle Harmonischen und Oberwellen auf die Grundwelle bezogen und mit einer Ordnungszahl $N$ durchnummeriert.

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Kurzbeschreibung: Spektraldiagramm mit Grundfrequenz f0 und drei Oberwellen (2., 3. und 4. Harmonische) als vertikale Linien entlang der Frequenzachse.

Detaillierte Beschreibung: Ein Koordinatensystem zeigt die Amplitude A (Pfeil nach oben) über der Frequenz f (Pfeil nach rechts). Auf der Grundlinie stehen vier vertikale Linien: links eine schwarze Linie bei der Beschriftung „f0“ (kursiv) mit „1 Harm.“ darunter; rechts davon drei gelbe Linien mit den Beschriftungen „1. OW 2 Harm.“, „2. OW 3 Harm.“ und „3. OW 4 Harm.“. Die gelben Linien sind kürzer als die schwarze und unterscheiden sich in der Höhe. Über den gelben Linien verlaufen graue, punktierte Vertikalhilfslinien nach oben. Entlang der oberen Bildkante markieren drei waagerechte graue Doppelpfeile jeweils den Abstand „f0“ zwischen den Linien. Zwischen der zweiten und dritten gelben Linie steht in orange der Text „Oberwellen (OW)“.
Abbildung A-9.2.1: Zusammenhang zwischen Oberwellen und Harmonischen
Vielfaches der Grundfrequenz Harmonische Oberwelle
$f_0$ 1 ~
$2 \cdot f_0$ 2 1
$3 \cdot f_0$ 3 2
$4 \cdot f_0$ 4 3
Tabelle A-9.2.2: Harmonische und Oberwellen

Je nach Art der Verzerrung eines Signals entstehen im Verhältnis mehr geradzahlige oder ungeradzahlige Oberwellen in dessen Frequenzspektrum. Rechteckförmige Signale, welche z. B. durch Übersteuerung von Verstärkerstufen entstehen (hierbei werden die Spitzen der Amplituden begrenzt und abgeflacht), enthalten ungeradzahlige Harmonische bzw. geradzahlige Oberwellen.

Hier kann die Fourier-Näherung eines symmetrischen Rechtecksignals mit einer variablen Anzahl ungerader Harmonischer untersucht werden. Die Schalter erlauben Werte von 1 bis 500.

Harmonische $N$:

An den Sprungstellen zeigt die Fourier-Näherung das sogenannte Gibbs-Phänomen: Selbst bei sehr vielen Harmonischen bleibt dort ein kleines Über- und Unterschwingen bestehen.

Sägezahnförmige Signale enthalten überwiegend geradzahlige Harmonische bzw. ungeradzahlige Oberwellen.

AB403: Eine periodische Schwingung, die wie das folgende Signal aussieht, besteht ...
1) Kurzbeschreibung: Diagramm aus einem rechteckigen Gitter und einer Kurve mit wellenförmigen Schwankungen in den Maxima und Minima.

2) Ausführliche Beschreibung: Das Diagramm zeigt ein rechteckiges Gitter bestehend aus acht vertikalen und sieben horizontalen Gitterlinien. Die Achsen haben keine Beschriftung. Die Kurve beginnt links etwa in der Mitte, steigt steil an bis zu einem Maximum nahe des oberen Bildrandes. Hier gibt es kleine wellenförmige Schwankungen, bevor die Kurve zu einem Minimum nahe des unteren Bildrandes steil abfällt. Auch hier gibt es kleine wellenförmige Schwankungen. Danach steigt die Kurve wieder zu einem Maximum mit Schwankungen an und endet danach am rechten Bildrand etwa in der Mitte.
AB401: Was sind Harmonische?
AB402: Die dritte Oberwelle entspricht ...

Ist die Grundfrequenz eines Signals bekannt, ergibt sich die Frequenz der $N$-ten Harmonischen durch Multiplikation der Grundfrequenz mit der Ordnungszahl $N$:

$$f_N = N \cdot f_0$$

Für die $N$-te Oberwelle gilt dagegen:

$$f_\mathrm{Oberwelle,N} = (N+1)\cdot f_0$$
AJ201: Die zweite Harmonische der Frequenz 3,730 MHz befindet sich auf ...
AJ205: Die zweite ungeradzahlige Harmonische der Frequenz 144,690 MHz ist ...
AJ202: Auf welche Frequenz müsste ein Empfänger eingestellt werden, um die dritte Harmonische einer nahen 7,050 MHz-Aussendung erkennen zu können?
AJ206: Auf welchen Frequenzen kann ein 144,300 MHz SSB-Sendesignal Störungen verursachen?

Auch wenn ein Signal auf dem Oszilloskop zunächst sinusförmig erscheint, kann das Signal trotzdem nennenswerte Oberwellenanteile (bzw. Harmonische der Grundwelle) enthalten. Um den Oberwellenanteil eines Signals quantitativ und qualitativ beurteilen zu können benötigt man einen Spektrumanalysator der das Signal im Frequenzbereich (Frequency-Domain) darstellen kann und hierbei die Amplitudenwerte der einzelnen Oberwellen logarithmisch darstellen kann, so dass deren Anteile am Gesamtsignal messbar sind.

AI615: Mit welchem Messgerät kann man das Vorhandensein von Harmonischen nachweisen?
AI614: Mit welchem der folgenden Messinstrumente können die Amplituden der Harmonischen eines Signals gemessen werden? Sie können gemessen werden mit einem ...

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