Elektromagnetisches Feld

Bislang hatten wir elektrische und magnetische Felder für den Fall betrachtet, dass Felder zeitlich nicht veränderlich sind. In der Funktechnik sind solche Felder aber eigentlich uninteressant, denn wir beschäftigen uns mit Spannungen und Strömen, die zeitlich veränderlich sind. Ebenso sind die erzeugten elektrischen und magnetischen Felder zeitlich variabel.

Der folgende Alt-Text wurde noch nicht geprüft: 1) Kurze Zusammenfassung: Schematische Zeichnung mit einem senkrechten schwarzen Leiter über einer als „Erde“ beschrifteten Fläche, umgeben von grünen konzentrischen Kreislinien mit dem Label „H“ und orangefarbenen Linien mit dem Label „E“, die oben bogenförmig und unten gestrichelt dargestellt sind.

2) Detaillierte Beschreibung: Unten verläuft ein horizontaler grauer Balken mit Verlauf, mittig schwarz beschriftet „Erde“. Aus der Mitte des Balkens führt eine senkrechte schwarze Linie nach oben; an ihrem unteren Ende (auf der „Erde“) und am oberen Ende sitzt jeweils ein schwarzer Punkt. Etwa im unteren Drittel der Linie befindet sich ein kleines Spulen‑Symbol (mehrere aneinandergereihte Halbkreise) auf dem Leiter. Um den Leiter liegen mehrere grüne, geschlossene, konzentrische, leicht elliptische Kreislinien; neben einer dieser Linien steht die Beschriftung „H“. Rechts davon befindet sich ein kurzer schwarzer Strich mit der Beschriftung „E“. Mehrere orangefarbene Linien verlaufen symmetrisch links und rechts: Sie treffen sich oben bogenförmig am oberen Punkt des Leiters, laufen dann nahezu parallel nach unten bis zur „Erde“ und setzen sich unterhalb der „Erde“ als gestrichelte, halbkreisförmige Linien fort. Die Darstellung ist insgesamt achsensymmetrisch um den zentralen Leiter.
Abbildung EA-4.3.1: Elektrisches und magnetisches Feld an einer Antenne

Dabei treten zusätzliche Effekte auf. Bereits 1831 entdeckte Michael Faraday, dass ein zeitlich veränderliches Magnetfeld in einem benachbarten Leiter eine elektrische Spannung erzeugt. Dieser Induktion genannte Effekt wird zum Beispiel im Transformator genutzt: ein zeitlich variabler (z. B. sinusförmiger) Strom in der Primärwindung erzeugt ein zeitlich variables Magnetfeld, das wiederum in der Sekundärwindung eine Spannung induziert.

Um zu erkennen, dass umgekehrt die Änderung eines elektrischen Felds zu einem Magnetfeld führt, stellen wir uns einen Plattenkondensator vor, dessen Platten mit einer externen Spannungsquelle einen Stromkreis bilden. Wenn wir das elektrische Feld im Inneren des Kondensators ändern, müssen im äußeren Stromkreis Ladungen bewegt werden. Das Bewegen von Ladungsträgern bedingt aber einen elektrischen Strom. Dieser elektrische Strom erzeugt aber wiederum ein Magnetfeld um den Leiter.

Während Modellvorstellungen mit elektrischen Leitern für uns anschaulich sind, ist es aber ganz wichtig, dass diese Leiter nicht notwendig sind. Magnetische und elektrische Felder existieren auch außerhalb von Leitern, sogar im Vakuum. Auch hier ist es so, dass ein zeitlich verändertes Magnetfeld ein zeitlich veränderliches elektrisches Feld erzeugt. Dieses zeitlich veränderliche Feld wiederum führt zu einem zeitlich veränderlichen Magnetfeld. Zeitlich veränderliche magnetische Felder und zeitlich veränderliche elektrische Felder sind also immer gekoppelt. Wir sprechen deshalb auch vom elektromagnetischen Feld. Zusammengefasst: Eine elektromagnetische Welle, die sich frei im Raum ausbreiten kann, beruht auf der Wechselwirkung zwischen zeitlich veränderlichen magnetischen und elektrischen Feldern.

EB302: Wie erfolgt die Ausbreitung einer elektromagnetischen Welle? Die Ausbreitung erfolgt ...

Wie oben schon beschrieben, zeitlich konstante Spannungen und Ströme können kein elektromagnetisches Feld erzeugen. Dazu benötigen wir einen zeitlich veränderlichen Strom in einem Leiter.

EB301: Wodurch entsteht ein elektromagnetisches Feld beispielsweise?

Magnetfeld und elektrisches Feld werden eigentlich durch Vektoren beschrieben, also durch Größen, die eine Richtung im Raum haben. Mathematisch lässt sich zeigen, dass im Fernfeld, also hinreichend weit weg von der Antenne, die Vektoren der beiden Felder senkrecht aufeinander stehen müssen. Die Ausbreitungsrichtung der elektromagnetischen Welle (also unseres Funksignals ...) steht wiederum senkrecht sowohl auf dem elektrischen als auch dem magnetischen Feld.

Der folgende Alt-Text wurde noch nicht geprüft: Die Grafik zeigt einen dreidimensionalen Pfeil, der nach rechts oben zeigt und mit einem
Abbildung EA-4.3.2: Ausbreitung der elektromagnetischen Welle

Die geschilderten Zusammenhänge werden mathematisch durch die Maxwellschen Gleichungen beschrieben, nach James Clerk Maxwell, der sie zwischen 1861 und 1864 anhand von Beobachtungen anderer Physiker erarbeitet. Er kam dabei zu der Erkenntnis, dass die magnetischen und elektrischen Felder gekoppelt sein müssen:

  1. $$\vec{\nabla} \cdot \vec{E} =\frac{\rho}{\varepsilon_{0}}$$
  2. $$\vec{\nabla} \cdot \vec{B} = 0$$
  3. $$\vec{\nabla} \times \vec{E} = -\frac{\partial\vec{B}}{\partial t}$$
  4. $$\vec{\nabla } \times \vec{B} =\mu_0 (\vec{j} +\varepsilon_0 \frac{\partial\vec{E}}{\partial t})$$

Die Gleichung (3) zeigt, dass ein zeitlich veränderliches Magnetfeld ein elektrisches Feld erzeugt. Dieses zeitlich veränderliche elektrische Feld trägt gemäß Gleichung (4) über den Verschiebungsstrom wiederum zur Erzeugung eines Magnetfeldes bei. Diese Zusammenhänge gehen weit über das hinaus was man im Amateurfunk wissen muss.

Experimentell wurde die Existenz des elektromagnetischen Felds allerdings erst mehr als zwanzig Jahre später (1886) durch Heinrich Hertz nachgewiesen.

Wie in den Abbildungen und EA-4.3.2 gezeigt, steht die magnetische Feldkomponente im Fernfeld (weit weg von der Antenne) stets senkrecht auf der elektrischen Feldkomponente.

EB303: Der Winkel zwischen den elektrischen und magnetischen Feldkomponenten eines elektromagnetischen Feldes beträgt bei Freiraumausbreitung im Fernfeld ...

Die im Fernfeld senkrecht aufeinander stehenden magnetischen und elektrischen Feldkomponenten legen auch die Ausbreitungsrichtung $S$, wie in Abbildung EA-4.3.1 gezeigt, fest: sie steht wiederum senkrecht auf beiden. Man kann sich das so vorstellen, dass magnetisches und elektrisches Feld eine Ebene aufspannen, auf der die Ausbreitungsrichtung senkrecht steht.

EB304: Welche Aussage trifft auf die elektromagnetische Ausstrahlung im ungestörten Fernfeld zu?

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