Magnetisches Feld

Im Jahre 1820 beobachtete der dänische Naturforscher Hans Christian Oerstedt, dass ein auf dem Tisch liegender Kompass abgelenkt wurde, wenn er durch einen Draht in der Nähe einen Strom schickte. Dieser zunächst für einen Gleichstrom beobachtete Effekt liefert die Grundlage für Elektromagneten und Elektromotoren. Man kann ihn mit Hilfe von magnetischen Feldlinien beschreiben – beispielsweise richtet sich eine Kompassnadel entlang dieser Feldlinien aus.

Die magnetischen Feldlinien um einen stromdurchflossenen Leiter sind stets in sich geschlossen. Fließt ein konstanter Gleichstrom durch einen geraden, gestreckten Leiter, so verlaufen diese magnetischen Feldlinien in Form konzentrischer Kreise um den Leiter herum, wie in Abbildung EA-4.2.1 gezeigt.

EB201: Wenn ein konstanter Gleichstrom durch einen gestreckten Leiter fließt, sind die ...

Der folgende Alt-Text wurde noch nicht geprüft: Ein schwarzer Pfeil verläuft diagonal von links unten nach rechts oben. Um den Pfeil sind grüne ovale Linien, die ihn konzentrisch umschließen. An den Linien befinden sich kleine grüne Pfeile, die die Richtung andeuten. Neben dem schwarzen Pfeil steht der Buchstabe
Abbildung EA-4.2.1: Konzentrische magnetische Feldlinien um einen stromdurchflossenen Leiter

Die so genannte magnetische Feldstärke hängt sowohl vom erzeugenden Strom $I$ als auch dem Abstand zum Leiter $r$ ab. Für einen sehr langen geraden Leiter im Vakuum gilt:

$$H(r) = \frac{I}{2\cdot\pi\cdot r}$$

Aus dieser Gleichung können wir direkt die Einheit der magnetischen Feldstärke ableiten, nämlich $\unit{\ampere\per\meter}$.

EA104: Welche Einheit wird üblicherweise für die magnetische Feldstärke verwendet?

Im Inneren einer Zylinderspule ergibt sich im gegensatz zu einem geraden Leiter ein anderes Bild, weil ja jetzt der stromdurchflossene Leiter nicht gerade, sondern schraubenförmig aufgewickelt ist. Ist die Zylinderspule sehr lang verglichen mit dem Durchmesser, ergibt sich im Inneren eine lineare Form der Feldlinien, deren Feldstärke jeweils auch noch gleich ist (also eine konstante magnetische Feldstärke über den Querschnitt der Spule). Ein solches Feld bezeichnen wir als homogenes magnetisches Feld. Den Begriff hatten wir schon beim homogenen elektrischen Feld im Innern eines Plattenkondensators kennengelernt.

Der folgende Alt-Text wurde noch nicht geprüft: Das Bild zeigt eine große, horizontale Spule mit mehreren Schleifen. Um die Spule sind parallele, horizontale grüne Linien angeordnet. An den Enden der Spule befinden sich jeweils ein senkrechter Draht mit einem kleinen Kreis am Ende.
Abbildung EA-4.2.2: Magnetische Feldlinien in einer Zylinderspule

EB202: Welches Feld stellt sich im Inneren einer langen Zylinderspule bei Fließen eines Gleichstroms näherungsweise ein?
1) Kurzbeschreibung: Schematische Darstellung einer zylindrischen Spule mit sieben Windungen und zwei Anschlusspunkten.

2) Ausführliche Beschreibung: Die Abbildung zeigt eine Spule mit sieben Windungen, die an beiden Enden jeweils einen Anschlusspunkt hat. Die Windungen selbst sind innerhalb der Spule durch gestrichelte Linien angedeutet. Durch die gesamte Spule verlaufen von links nach rechts sechs hellgraue Linien.

Wir müssen aber beachten, dass die magnetischen Feldlinien sich außerhalb der Zylinderstufe schließen, dies führt zu einem Streufeld. Das Streufeld können wir verringern, wenn wir die Zylinderspule entlang der Längsachse zu einem Kreis (oder „Toroid“) verbiegen, wie z. B. bei einer Ringkernspule wie in Abbildung EA-4.2.3 gezeigt. Jetzt können sich die Feldlinien im Innern der Spule selbst schließen.

Dabei ist zu beachten, dass sich die magnetischen Feldlinien bei einer Zylinderspule auch außerhalb der Spule schließen. Dadurch entsteht ein sogenanntes Streufeld. Dieses Streufeld lässt sich verringern, indem man die Zylinderspule entlang ihrer Längsachse zu einem Kreis (oder „Toroid“) formt, wie es beispielsweise bei einer Ringkernspule der Fall ist (vgl. Abbildung EA-4.2.3). In diesem Fall können sich die magnetischen Feldlinien vollständig im Inneren der Spule schließen.

1) Kurzbeschreibung: Ein großer, grauer Ring ist mit einem Leiter mit sieben Windungen umwickelt, dessen Enden über den Ring nach unten hinausragen.

2) Ausführliche Beschreibung: In der Bildmitte befindet sich ein breiter, hellgrauer Ring mit einer weißen, runden Öffnung in der Mitte. Dieser Ring ist mit einem Leiter mit sieben Windungen umwickelt, dessen Enden im unteren Teil der Abbildung schräg nach links und rechts aus dem Ring heraus verlaufen. Es gibt keine Achsen, Skalen, Beschriftungen oder Text.
Abbildung EA-4.2.3: Ringkernspule

EB203: Ein Ringkern hat einen mittleren Durchmesser von 2,6 cm und trägt 6 Windungen Kupferdraht. Wie groß ist die mittlere magnetische Feldstärke im Ringkern, wenn der Strom 2,5 A beträgt?
1) Kurzbeschreibung: Ein großer, grauer Ring ist mit einem Leiter mit sieben Windungen umwickelt, dessen Enden über den Ring nach unten hinausragen.

2) Ausführliche Beschreibung: In der Bildmitte befindet sich ein breiter, hellgrauer Ring mit einer weißen, runden Öffnung in der Mitte. Dieser Ring ist mit einem Leiter mit sieben Windungen umwickelt, dessen Enden im unteren Teil der Abbildung schräg nach links und rechts aus dem Ring heraus verlaufen. Es gibt keine Achsen, Skalen, Beschriftungen oder Text.

Für diese Prüfungsfrage berechnen zunächst den mittleren Umfang eines Rings mit mittlerem Durchmesser $d$. In der Aufgabe ist $d=\qty{2,6}{\centi\meter}$. Dabei bitte die Einheit beachten -- am Besten, wir gehen auf die Grundeinheit m zurück.

Der mittlere Umfang ($l_m$) ergibt sich aus folgender Beziehung:

$$l_m = \pi \cdot d = \pi\cdot \qty{0,026}{\meter} = \qty{0,082}{\meter}$$

Das Magnetfeld wird bei $N$ Windungen durch einen Strom erzeugt, der $N$-mal so groß ist, wie der im Leiter fließende Strom $I$. Daher gilt für die magnetische Feldstärke $H$ laut Formelsammlung:

$$H = \frac{N\cdot I}{l_m} = \frac{6 \cdot \qty{2,5}{\ampere}}{\qty{0,082}{\meter}} = \qty{183}{\ampere\per\meter}$$

Die Betrachtungen zum magnetischen Feld gelten auch für Wechselstrom. Im Abschnitt zum elektromagnetischen Feld werden wir uns noch näher damit beschäftigen. In einer Antenne fließt ein Wechselstrom, der wiederum ein zeitlich variierendes Magnetfeld zur Folge hat. Wie bereits besprochen, sind magnetische Feldlinien stets in sich geschlossen, vgl. Abbildung EA-4.2.4. Daraus ergibt sich bereits die richtige Antwort auf diese Frage.

Der folgende Alt-Text wurde noch nicht geprüft: 1) Kurze Zusammenfassung: Ein senkrechter Leiter mit einer mittig eingezeichneten Spule steht auf einer grauen, mit „Erde“ beschrifteten Bodenfläche; darum verlaufen vier grüne konzentrische Ellipsen mit der Beschriftung „H“.

2) Detaillierte Beschreibung: Weißer Hintergrund. Unten ein horizontaler, grau verlaufender Balken als Boden, darunter mittig der Text „Erde“. Aus der Mitte des Bodens ragt ein schwarzer, vertikaler Strich nach oben; am Übergang zum Boden sitzt ein kleiner schwarzer Punkt, ebenso ein Punkt an der oberen Spitze des Strichs. Etwa in der Mitte des Strichs ist eine Spule (Induktivität) dargestellt: mehrere kleine, nach rechts offene Halbkreis-Windungen entlang des Strichs. Um den vertikalen Strich liegen vier grüne, konzentrische, leicht flachgedrückte Ellipsen. Rechts oben neben einer Ellipse steht der Buchstabe „H“. Weitere Beschriftungen oder Bauteile sind nicht zu sehen.
Abbildung EA-4.2.4: Magnetfeld an einer Vertikalantenne

EB206: Wie werden die mit X gekennzeichneten Feldlinien einer Vertikalantenne bezeichnet?
1) Kurzbeschreibung: Schematische Darstellung eines vertikalen Leiters über einer mit „Erde“ beschrifteten Bodenfläche und mit einer in der Mitte eingefügten Spule; vertikale Feldlinien zwischen beiden Enden des Leiters und große konzentrische horizontale Ringe um die Feldlinien mit Kennzeichnung durch „X“.

2) Ausführliche Beschreibung: Die Abbildung zeigt einen vertikalen Leiter über einer mit „Erde“ beschrifteten Bodenfläche und mit einem in der Mitte vertikal eingefügten Schaltzeichen aus fünf nach links gerichteten Halbbögen (Spule). Zwischen beiden Enden des vertikalen Leiters verlaufen vertikale Linien (Feldlinien), um die große konzentrische horizontale Ringe eingezeichnet sind. Diese sind mit „X“ gekennzeichnet.

Weiter zum nächsten Abschnitt: Elektromagnetisches Feld