Spule I

Das dritte passive Bauelement in der Funktechnik – nach Widerstand und Kondensator – ist die Spule. Verschiedene Spulenarten und Ihre Schaltsymbole sind in den Abbildungen EA-5.4.1 und EA-5.4.2 dargestellt. Wie wir bereits im Kapitel zum magnetischen Feld gelernt haben, wird in einer Spule ein Magnetfeld erzeugt, sobald ein elektrischer Strom durch die Spule fließt. Die einfachste Bauform einer Spule ist die sogenannte gerade Zylinderspule, wie sie in Abbildung EA-5.4.3 gezeigt wird.

1) Kurzbeschreibung: Foto mit vier Spulen in unterschiedlichen Bauformen (SMD, zylindrisch, Ringkern, Spulenkörper) mit Maßstab und Schaltzeichen für eine Spule.

2) Ausführliche Beschreibung: Das Foto zeigt vier verschiedene Bauformen von Spulen. Links ist das Schaltzeichen für eine Spule, vier nach rechts zeigende Halbbögen, mit „L“ beschriftet. Daneben steht ein vertikaler Doppelpfeil mit „1 cm“. Rechts davon liegen vier Bauteile: oben rechts ein gelber Ringkern mit eng gewickeltem, rosafarbenem Draht und zwei Anschlussdrähten, beschriftet „47 µH“ und „3 A“. In der Mitte ist links ein sehr kleines, rechteckiges SMD‑Bauteil in Grün/Weiß mit der Beschriftung „PLCC2 100 nH“ zu sehen. Rechts davon liegt ein brauner, zylindrischer Körper mit Farbringen und der Beschriftung „150 µH“. Unten rechts ist eine Spule mit kupferfarbenem Draht auf schwarzem Spulenkörper mit zwei Lötpins abgebildet, beschriftet mit „5 mH“.
Abbildung EA-5.4.1: Verschiedene Bauformen von Spulen
Der folgende Alt-Text wurde noch nicht geprüft: Kurzbeschreibung: Vier Schaltzeichensymbole für Spulen in einer 2×2-Anordnung, jeweils mit der Beschriftung „Spule ohne Kern“, „Spule mit Eisenkern“, „Spule mit Ferritkern“ und „Veränderliche Spule“.

Detaillierte Beschreibung: Oben links zeigt „Spule ohne Kern“ eine horizontale Leiterlinie mit einer mittigen Spulenwicklung aus mehreren Halbkreisbögen; links und rechts verläuft die Leiterlinie gerade weiter. Oben rechts steht „Spule mit Eisenkern“ mit derselben Spulenwicklung, über der ein durchgezogener, rechteckiger Balken als Kern gezeichnet ist. Unten links ist „Spule mit Ferritkern“ dargestellt: gleiche Spule, darüber ein gestrichelter Balken. Unten rechts zeigt „Veränderliche Spule“ eine Spulenwicklung in der Leiterlinie, die von einem diagonalen Pfeil von links unten nach rechts oben gekreuzt wird; der Pfeil hat eine schwarze Spitze oberhalb der Wicklung. Alle Zeichnungen sind in Schwarz auf weißem Hintergrund, die Beschriftungen stehen direkt bei den jeweiligen Symbolen.
Abbildung EA-5.4.2: Schaltsymbole für unterschiedliche Spulenarten
Der folgende Alt-Text wurde noch nicht geprüft: 1) Kurze Zusammenfassung: Eine zylindrische Spule (Induktivität) mit vielen Windungen um einen hellgrauen Kern, mit den Beschriftungen l, N und A sowie zwei Anschlussklemmen links und rechts.

2) Detaillierte Beschreibung: Ein horizontal liegender, hellgrau gefüllter Zylinder wird von einer durchgehenden Drahtwicklung schraubenförmig umwickelt; es sind mehrere gleichmäßige Windungen zu sehen. Links und rechts führen die Drahtenden in einem großen Bogen nach unten und enden jeweils in einer kleinen, offenen Kreis-Klemme. Über dem Zylinder zeigt eine doppelseitige Pfeillinie die gesamte Länge an und ist mit l beschriftet. Auf der rechten Stirnfläche des Zylinders, die dunkelgrau schattiert ist, zeigt ein Pfeil auf die Kreisfläche; dieser Pfeil ist mit A beschriftet. Unterhalb der Wicklung, in der Mitte, steht der Buchstabe N. Die Endkonturen des Zylinders sind mit abgerundeten Kanten dargestellt; die Drahtwindungen verlaufen regelmäßig über und unter dem Zylinderumfang.
Abbildung EA-5.4.3: Aufbau einer Spule

Eine Zylinderspule hat eine sogenannte Induktivität $L$ welche sich nach folgender Formel berechnet:

$$L = \frac{\mu_0 \cdot \mu_r \cdot N^2 \cdot A_S}{l}$$

Betrachtet man den Aufbau einr Spule, dann findet man also folgende Größen:

  1. $\mu_0$ ist die magnetische Feldkonstante, eine Naturkonstante mit dem Wert $ 1.2566 10^{-6} \unit{\henry\per\meter}$. Den Wert kann man immer in der Formelsammlung nachschlagen.
  2. $\mu_r$ ist eine Materialkonstante, denn Der Spulenkern kann aus einem speziellen Material bestehen, das magnetische Felder verstärken kann.
  3. Anzahl $N$ der Spulenwindungen aus Kupferlackdraht oder versilbertem Kupferdraht
  4. $A_S$ gibt die Querschnittsfläche des Spulenkerns an $A$
  5. Spulenlänge $l$
EA102: Welche Einheit wird üblicherweise für die Induktivität verwendet?

Der Formelbuchstabe $L$ wurde zu Ehren des Professors Emil Lenz (1804–1864) aus St. Petersburg gewählt, der die nach ihm benannte Lenzsche Regel formulierte.

Eine Spule besitzt die Induktivität $L$ mit der Einheit $\qty{1}{\volt\second\per\ampere}$, die üblicherweise in Henry ($\unit{\henry}$) angegeben wird. Die Einheit ist nach dem amerikanischen Physiker Joseph Henry (1797–1878) benannt. Eine Induktivität von $\qty{1}{\henry}$ liegt vor, wenn eine Stromänderung von $\qty{1}{\ampere}$ innerhalb einer Sekunde eine Selbstinduktionsspannung von $\qty{1}{\volt}$ hervorruft. In der Praxis liegen die Werte von Induktivitäten meist deutlich darunter und werden typischerweise in $\unit{\milli\henry}$, $\unit{\micro\henry}$ oder $\unit{\nano\henry}$ angegeben.

Mit Hilfe der Formel und den folgenden qualitativen Zusammenhängen kann man bereits eine Reihe von Prüfungsfragen lösen:

  1. Die Induktivität steigt quadratisch mit der Windungszahl. Wenn die Windungszahl verdoppelt wird, dann steigt die Induktivität auf das Vierfache
  2. Wenn die Spule zusammengedrückt wird, dann steigt die Induktivität L
  3. Wenn die Querschnittsfläche vergrößert wird, dann steigt die Induktivität L
  4. Wenn das Magnetfeld in der Spule durch ein geeignetes, magnetisch leitfähiges Material (z. B. Eisen) verstärkt wird, dann steigt die Induktivität L
EC305: Wie kann man die Induktivität einer zylindrischen Spule vergrößern?

Wenn man die Spule staucht, dann wird $l$ verkleinert. Dadurch steigt die Induktivität $L$.

EC306: Vorausgesetzt sind zwei Spulen in gleicher Umgebung, mit gleicher Windungszahl und mit gleicher Querschnittsfläche. Die erste Spule hat eine Induktivität von 12 μH. Die zweite Spule hat die doppelte Länge der ersten Spule. Wie hoch ist die Induktivität der zweiten Spule?
1) Kurzbeschreibung: Schematische Darstellung zweier Spulen mit jeweils einem Anschlusspunkt an beiden Enden; beide Spulen mit gleicher Windungszahl; zweite Spule doppelte Länge der ersten Spule.

2) Ausführliche Beschreibung: Die schematische Darstellung zeigt zwei Spulen mit jeweils einem Anschlusspunkt an beiden Enden und sieben Windungen. Die zweite Spule ist weiter auseinandergezogen und hat die doppelte Länge gegenüber der ersten Spule.

Wenn man die Spulenlänge $l$ verdoppelt, dann muss sich die Induktivität $L$ halbieren.

EC307: Wie ändert sich die Induktivität einer Spule von 12 μH, wenn die Windungszahl bei gleicher Wickellänge verdoppelt wird?
1) Kurzbeschreibung: Schematische Darstellung einer zylindrischen Spule mit sieben Windungen und zwei Anschlusspunkten.

2) Ausführliche Beschreibung: Die Abbildung zeigt eine Spule mit sieben Windungen, die an beiden Enden jeweils einen Anschlusspunkt hat. Die Windungen selbst sind innerhalb der Spule durch gestrichelte Linien angedeutet. Es gibt keine Beschriftungen.

Wenn die Anzahl der Windungen $N$ verdoppelt wird, dann vervierfacht sich die Induktivität $L$.

Wenn die Windungszahl verringert wird, dann sinkt die Induktivität, aber selbst bei einer halben oder Viertelwindung und sogar bei einem geraden Stück Draht ist noch eine geringe parasitäre Induktivität vorhanden.

EC304: Hat ein gerades Leiterstück eine Induktivität?

Als ferromagnetisch bezeichnen wir eine bestimmte Klasse an Materialien, die auf atomarer Ebene kleine Elementarmagnete enthalten, die sich unter dem Einfluss eines äußeren magnetischen Felds ausrichten und so die magnetische Flussdichte sehr erhöhen (mit der wir uns an dieser Stelle aber noch nicht beschäftigen). Unter den reinen chemischen Elementen sind nur Eisen, Kobalt und Nickel ferromagnetisch.

EB204: Welcher der nachfolgenden Werkstoffe ist bei Raumtemperatur ein ferromagnetischer Stoff?

Wenn man ein ferromagnetisches Material wie Eisen in die Spule einführt, dann wird das Magnetfeld verstärkt und die Induktivität steigt.

Wenn wir in eine Zylinderspule einen Kern aus einem gut leitenden (nicht-ferromagnetischen) Metall wie Aluminium oder Kupfer einführen, dann sinkt die Induktivität der Spule hingegen. Das liegt daran, dass das hochfrequente Magnetfeld der Spule in den Kernen Ströme, so genannte Wirbelströme, erzeugt („induziert“). Diese sekundären Ströme erzeugen wiederum Magnetfelder, die dem Magnetfeld der Spule entgegenwirken. Deshalb sinkt die Induktivität. Das magnetische Feld im Inneren des Kerns wird dabei reduziert.

Die in der folgenden Frage als richtig betrachtete Antwort ist die, dass das Magnetfeld nicht in den Kern eindringen kann und deshalb der Querschnitt des Feldes verringert. Das ist aber nicht ganz das, was physikalisch passiert. Einfach die „richtige“ Antwort merken.

EB205: Welcher Effekt verringert die Induktivität einer von hochfrequentem Strom durchflossenen Spule beim Einführen eines Kupfer- oder Aluminiumkerns?

Schauen wir uns, wie beim Kondensator auch, zuerst das Gleichstromverhalten der Spule an: Die Spule wird über einen Vorwiderstand an eine Gleichspannungsquelle angeschlossen, wie in Abbildung EA-5.4.4 dargestellt. Im Moment des Einschaltens wird der Stromanstieg zunächst verzögert, sodass der Strom nicht sprunghaft, sondern nur allmählich bis zu seinem Maximalwert ansteigt.

Ursache hierfür ist die Lenzsche Regel: Beim Anstieg des Stroms erzeugt die Spule eine Selbstinduktionsspannung, die der Stromänderung – und damit der Ursache – entgegenwirkt. Dadurch wird der Stromanstieg begrenzt. Da zu Beginn noch kein Strom fließt, fällt zunächst nahezu die gesamte angelegte Spannung an der Spule ab. Mit zunehmendem Strom nimmt diese Induktionsspannung ab, während der Strom weiter ansteigt.

Ist der stationäre Zustand erreicht, verhält sich die Spule bei Gleichstrom näherungsweise wie ein Stück Draht. Die an ihr abfallende Spannung ist dann praktisch null. Der zeitliche Verlauf der Spannung an der Spule ist in Abbildung EA-5.4.5 dargestellt.

Der folgende Alt-Text wurde noch nicht geprüft: Kurzfassung: Schaltbild eines einfachen Stromkreises mit Spannungsquelle links, Widerstand R oben, Induktivität L rechts und einem geöffneten Schalter unten, mit Pfeilen für U, UR und UL.

Details: Ein rechteckiger Leiterzug bildet eine geschlossene Leiterschleife. Links steht ein Batteriesymbol (Spannungsquelle); daneben zeigt ein vertikaler Pfeil nach unten mit der Beschriftung „U“. Oben im horizontalen Zweig befindet sich ein Rechtecksymbol für einen Widerstand mit der Beschriftung „R“; darüber verläuft ein nach rechts gerichteter Pfeil mit der Beschriftung „UR“. Rechts im vertikalen Zweig ist eine Spule (Induktivität) mit der Beschriftung „L“ eingezeichnet; daneben zeigt ein nach unten gerichteter Pfeil mit der Beschriftung „UL“. Unten im horizontalen Zweig ist ein gezeichneter Schalter zwischen zwei ausgefüllten Knoten dargestellt; der Schalter ist geöffnet (schräg stehender Kontakt, kein Kontakt zwischen den Punkten). Alle Bauteile sind durch gerade Leitungen verbunden.
Abbildung EA-5.4.4: Stromkreis zur Untersuchung einer Spule

1) Kurzbeschreibung: Diagramm mit einer horizontalen Achse „t“ und einer vertikalen Achse „U“. Eine Kurve beginnt oben links, führt zunächst steil nach unten und nähert sich dann allmählich der „t“-Achse an.

2) Ausführliche Beschreibung: Ein Koordinatensystem hat eine horizontale Achse mit der Beschriftung „t“ und eine vertikale Achse mit der Beschriftung „U“. Eine Kurve beginnt oben links, führt zunächst steil nach unten und nähert sich dann allmählich der „t“-Achse an. Es sind keine weiteren Beschriftungen oder Maße vorhanden.
Abbildung EA-5.4.5: Spannungsverlauf beim Einschalten

EC301: An eine Spule wird über einen Widerstand eine Gleichspannung angelegt. Welches der nachfolgenden Diagramme zeigt den zeitlichen Verlauf der Spannung über der Spule?

Im Ausschaltmoment will die Selbstinduktionsspannung den Stromfluss aufrecht erhalten. Die Spule wirkt dann als Generator, dessen Induktionsspanung entgegengesetzt zur vorherigen Polarität entsteht. Damit verhällt sich die Spule exat gegenteilatig zum Kondensator. Diese Vorgänge kann man gut mit Hilfe eines Oszilloskops wie in Abbildung EA-5.4.6 beobachten.

Der folgende Alt-Text wurde noch nicht geprüft: Kurzfassung: Ein analoges Oszilloskop zeigt zwei helle Kurven auf einem blaugrünen Raster, mit den eingeblendeten Beschriftungen „Spannung an der Spule“, „Einschaltstrom“ und „Ausschaltstrom“.

Detailbeschreibung: Das Bild zeigt die Front eines hellgrauen, analogen Oszilloskops mit CRT-Bildschirm. Auf dem Bildschirm ist ein feines Gitternetz sichtbar, darauf zwei getrennte Signalspuren: Oben eine nahezu waagerechte Linie mit einer abklingenden Krümmung am linken Rand und einem steilen Peak mit anschließendem Abklingen am rechten Rand; darüber steht in dünner Schrift „Spannung an der Spule“. Durch diese obere Spur verläuft eine dünne, dunkel markierte horizontale Referenzlinie mit der Markierung „0“. Unten ist eine zweite Spur zu sehen, die links von der Referenzlinie aus sanft ansteigt, in der Mitte einen S-förmigen Übergang zeigt und rechts wieder abfällt; daneben sind die Beschriftungen „Einschaltstrom“ (links) und „Ausschaltstrom“ (rechts) zu lesen, mit einer zweiten horizontalen Referenzlinie „0“. Rechts neben dem Bildschirm befinden sich mehrere graue Drehknöpfe und Kippschalter in vertikalen Reihen mit Aufdrucken wie „X-POS“ und „Y-POS I“ sowie kleine Tastenfelder; oben rechts leuchtet eine orangefarbene Kontrolllampe. Unten an der Front sind zwei grüne Drehknöpfe, mehrere rechteckige Tasten und Beschriftungen wie „MAG“ und „TESTER“ zu sehen. Ganz rechts unten ist eine mit „INPUT“ beschriftete BNC-Buchse, an der ein Koaxstecker angeschlossen ist.
Abbildung EA-5.4.6: Ein-und Ausschaltverhalten der Spulenspannung und des Spulenstroms

Man kann deshlab Spulen auch zur Verzörgerung benutzen. In der folgenden Frage, steigt der Stromfluss durch Lampe 2 langsamer an, als durch Lampe 1, da eine Spule vorgeschaltet ist, deren Selbstinduktionsspannung den Einschaltstrom nur langsam ansteigen lässt.

EC302: Schaltet man zwei Leuchtmittel gleichzeitig an eine Gleichspannungsquelle, wobei ein Leuchtmittel, Lampe 1, zum Helligkeitsausgleich über einen Widerstand und das andere, Lampe 2, über eine Spule mit vielen Windungen und Eisenkern angeschlossen ist, so ...
1) Kurzbeschreibung: Reihenschaltplan in rechteckiger Leitungsführung mit Spannungsquelle links, oben im horizontalen Leiter ein Schalter, im vertikalen Leiter in der Mitte ein verstellbarer Widerstand und eine Lampe und parallel dazu in einem vertikalen Leiter rechts eine Spule und eine zweite Lampe. Beide Lampen sind im unteren, horizontalen Teil mit der Spannungsquelle verbunden.

2) Ausführliche Beschreibung: Der Schaltplan enthält einen rechteckigen Schaltkreis aus geraden Leitern. Auf der linken, vertikalen Seite ist eine Spannungsquelle als Zellensymbol mit einer längeren parallelen Linie oben und einer kürzeren Linie unten eingezeichnet. In der Mitte des oberen horizontalen Leiters gibt es einen geöffneten Schalter, von dem ein vertikaler Leiter nach unten abzweigt. In diesem Leiter befindet sich oben ein verstellbarer Widerstand (Rechteck mit diagonalem Pfeil und Querlinie am Ende des Pfeiles) und darunter ein Lampensymbol mit kreuzförmigem Glühfaden, daneben beschriftet mit „Lampe_1“. Parallel zu diesem vertikalen Leiter verläuft ein zweiter vertikaler Leiter, in dem sich oben eine vertikale Spule mit Eisenkern (mehrere halbrunde Windungen und senkrechte Linie entlang den Halbbögen) befindet, darunter ein zweites Lampensymbol mit kreuzförmigem Glühfaden, daneben beschriftet mit „Lampe_2“. Beide Lampen sind über den unteren horizontalen Leiter mit der Spannungsquelle verbunden. Es sind keine Werte enthalten.

Ähnlich wie beim Kondensator verhält sich eine Spule unterschiedlich, wenn sie an Gleichspannung oder an Wechselspnnung angeschlossen wird. In der Funktechnik ist vor allem das Verhalten an Wechselspannung wichtig, deshalb schauen wir uns nun das Wechselstromverhalten an.

Die Spule zeigt, ähnlich wie ein Kondensator, einen Wechselstromwiderstand $X_{\textrm{L}}$, dass heißt, obwohl der Spulendraht nur einen sehr kleinen ohmschen Widerstand (Leiterwiderstand) besitzt, fließt ein Strom, der aber mit steigender Frequenz der Wechselspannung kleiner wird:

$$X_{L} = \omega \cdot L = 2\cdot\pi\cdot f \cdot L$$

Aus der Formel lässt sich erkennen, dass der Wechselstromwiderstand mit zunehmender Frequenz ansteigt und mit abnehmender Frequenz sinkt.

EC303: Welches Verhalten zeigt der Wechselstromwiderstand einer idealen Spule mit zunehmender Frequenz?

Weiter zum nächsten Abschnitt: Spule II