Ein Verstärker entnimmt seiner Spannungsversorgung eine Gleichstromleistung und wandelt einen Teil davon in hochfrequente Ausgangsleistung um (vgl. Abbildung EA-8.19.1). Ein weiterer Teil wird hauptsächlich als Wärme im Transistor und in anderen Bauteilen umgesetzt. Dazu trägt insbesondere der Ruhestrom bei, der auch ohne Eingangssignal fließt, welchen wir im folgenden Kapitel genauer betrachten.
Der Wirkungsgrad $\eta$ gibt an, welcher Anteil der zugeführten Gleichstromleistung als nutzbare HF-Leistung am Ausgang des Verstärkers zur Verfügung steht:
$$\eta = \frac{P_\mathrm{HF}}{P_\mathrm{DC}}$$Dabei ist $P_\mathrm{HF}$ die hochfrequente Ausgangsleistung und $P_\mathrm{DC}$ die von der Spannungsversorgung aufgenommene Gleichstromleistung. Diese lässt sich aus Versorgungsspannung und aufgenommenem Strom berechnen:
$$P_\mathrm{DC} = U_\mathrm{B} \cdot I_\mathrm{B}$$Der Wirkungsgrad ist ein Verhältnis ohne Einheit und kann höchstens den Wert $\num{1}$ erreichen. Meist wird er jedoch in Prozent angegeben:
$$\eta_\mathrm{\%} = \eta \cdot \qty{100}{\percent}$$Ein hoher Wirkungsgrad bedeutet, dass nur ein kleiner Teil der aufgenommenen Leistung als Wärme verloren geht. Bei einem niedrigen Wirkungsgrad muss dagegen eine entsprechend größere Verlustleistung durch Kühlkörper oder andere Maßnahmen abgeführt werden.
In den folgenden Prüfungsfragen wird der Wirkungsgrad als Verhältnis der HF-Ausgangsleistung zur aufgenommenen Gleichstromleistung betrachtet. Eine gegebenenfalls zusätzlich angegebene HF-Eingangsleistung wird bei dieser vereinfachten Berechnung nicht berücksichtigt.