Anti-Alias- und Rekonstruktionsfilter

Bei der A/D- und D/A-Umsetzung werden analoge und digitale Signalverarbeitung miteinander verbunden. Dabei werden sowohl vor dem A/D-Umsetzer als auch nach dem D/A-Umsetzer analoge Filter benötigt. Die Abbildung NEA-17.5.1 zeigt die gesamte Signalkette. Auf der Eingangsseite befindet sich vor dem A/D-Umsetzer ein Anti-Aliasing-Filter. Es begrenzt den Frequenzbereich des analogen Eingangssignals, bevor dieses abgetastet wird. Nach der digitalen Signalverarbeitung erzeugt der D/A-Umsetzer wieder ein analoges Signal. Ein nachgeschaltetes Rekonstruktionsfilter entfernt dabei unerwünschte hochfrequente Signalanteile. Warum beide Filter benötigt werden, betrachten wir in dem folgenden Abschnitt.

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Abbildung NEA-17.5.1: A/D- und D/A-Umsetzung mit Anti-Aliasing- und Rekonstruktionsfilter

Aus der Lektion zum Abtasttheorem wissen wir, dass ein Signal mit einer ausreichend hohen Abtastrate abgetastet werden muss. Für ein Signal mit der höchsten zu erfassenden Frequenz $f_\mathrm{max}$ muss die Abtastrate größer als $2\cdot f_\mathrm{max}$ sein.

Über eine Antenne empfangen wir jedoch in der Regel viele unterschiedliche Signale – auch solche mit Frequenzen oberhalb des Frequenzbereichs, den wir eigentlich verarbeiten wollen. Treffen solche Signalanteile auf den A/D-Umsetzer, obwohl dessen Abtastrate für diese Frequenzen nicht ausreichend ist, können sie im digitalen Signal als andere, tatsächlich nicht vorhandene Frequenzen erscheinen. Diese werden als Aliase bezeichnet.

Um dies zu verhindern, wird vor dem Eingang des A/D-Umsetzers ein Anti-Aliasing-Filter eingesetzt. Dabei handelt es sich je nach Anwendung beispielsweise um einen Tiefpass- oder Bandpassfilter. Ein Bandpassfilter könnte z. B. für Sprache verwendet werden. Das Filter muss unerwünschte Signalanteile, die beim Sampling zu Aliasing führen könnten, ausreichend unterdrücken. Insbesondere dürfen Frequenzanteile oberhalb der halben Samplingfrequenz nicht ungehindert zum A/D-Umsetzer gelangen.

AF622: Welcher Filtertyp ist geeignet, um Alias-Effekte zu vermeiden, und wo ist das Filter zu platzieren?
AF623: Sie wollen ein Sprachsignal mit einer Abtastrate von $f_{\textrm{A}}$ = 8000 Samples je Sekunde digitalisieren. Vor dem A/D-Umsetzer soll ein Anti-Alias-Filter eingesetzt werden. Welcher Amplitudengang ist für das Filter am besten geeignet?

Ein anschauliches Beispiel für Aliasing begegnet uns auch im Alltag bei digitalen Bildern. Fotografiert man mit einer Kamera sehr feine, regelmäßig wiederkehrende Strukturen, beispielsweise ein engmaschiges Gitter, einen Stoff mit feinen Streifen oder ein Fliegengitter, können im Bild plötzlich größere Muster entstehen, die im Original gar nicht vorhanden sind. Diese werden als Moiré-Muster bezeichnet.

Die Ursache ist ähnlich wie beim Abtasten eines elektrischen Signals. Ein Kamerasensor kann ein Bild nicht an beliebig vielen Stellen erfassen, sondern besitzt nur eine endliche Anzahl von Bildpunkten. Ist eine Struktur feiner als die räumliche Auflösung des Sensors, wird sie nicht mehr eindeutig abgetastet. Aus der eigentlich vorhandenen feinen Struktur kann dadurch scheinbar eine andere, gröbere Struktur entstehen.

Beim A/D-Umsetzer geschieht das gleiche Prinzip auf der Zeitachse: Wird eine zu hohe Signalfrequenz mit einer zu niedrigen Samplingrate abgetastet, erscheint im digitalisierten Signal eine andere, niedrigere Frequenz, die ursprünglich gar nicht vorhanden war.

Ein Moiré-Muster kann daher als sichtbares Beispiel dafür betrachtet werden, wie durch eine unzureichende Abtastung neue, scheinbare Strukturen entstehen.

Der A/D-Umsetzer benötigt außerdem einen Taktgenerator, den man auch als Abtasttaktgenerator bezeichnet. Dieser legt fest, zu welchen Zeitpunkten das Eingangssignal abgetastet wird und bestimmt damit die Samplingrate. Die Samplingrate kann fest eingestellt sein oder beispielsweise durch einen Mikrocontroller gesteuert werden.

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Abbildung NEA-17.5.2: Anti-Aliasing-Filter, A/D-Umsetzer und Taktgenerator
AF620: Welche Funktionen haben die einzelnen Blöcke im dargestellten Blockschaltbild eines digitalen Direktempfängers?
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1) Kurzfassung: Blockdiagramm mit Antennensymbol, drei beschrifteten Rechtecken „1“, „2“ und „3“, einem Eingang „Kontroll-information“ und einem Ausgang „Weitere Teile des Empfängers“, verbunden durch Pfeile.

2) Detailbeschreibung: Links steht ein Antennensymbol; von seinem Fuß führt eine horizontale Linie mit Pfeilspitze nach rechts in ein Rechteck mit der Ziffer „1“. Von „1“ führt ein Pfeil nach rechts in ein weiteres Rechteck mit der Ziffer „3“. Oberhalb von „3“ befindet sich ein drittes Rechteck mit der Ziffer „2“. Von links zeigt ein horizontaler Pfeil mit der Beschriftung „Kontroll-information“ auf das Rechteck „2“. Von der Unterseite des Rechtecks „2“ führt ein senkrechter Pfeil nach unten in das Rechteck „3“. Vom Rechteck „3“ geht rechts ein Pfeil zur Textbeschriftung „Weitere Teile des Empfängers“.

Auf der anderen Seite der digitalen Signalverarbeitung übernimmt der D/A-Umsetzer den umgekehrten Vorgang. Er setzt die digitalen Samples wieder in analoge Spannungswerte um. Da die einzelnen Werte nur in festen zeitlichen Abständen ausgegeben werden, entsteht am Ausgang des D/A-Umsetzers zunächst kein ideal glatter Signalverlauf.

Durch die zeitdiskrete Ausgabe entstehen neben dem gewünschten Nutzsignal auch unerwünschte höherfrequente Signalanteile (z. B. in Abbildung NEA-17.5.3, die schnellen Übergänge zwischen den diskreten Werten des Ausgangssignals enthalten die hohen Frequenzanteile). Um diese zu unterdrücken, wird hinter dem D/A-Umsetzer ein Rekonstruktionsfilter eingesetzt. Auch hierbei kann je nach Anwendung beispielsweise ein Tiefpass- oder Bandpassfilter verwendet werden.

Das Rekonstruktionsfilter lässt den gewünschten Nutzfrequenzbereich passieren und unterdrückt die unerwünschten höherfrequenten Signalanteile des D/A-Umsetzers. Dadurch entsteht am Ausgang wieder ein möglichst sauberes analoges Signal (vgl. Abbildung NEA-17.5.4, das Rekonstruktionsfilter glättet das Signal).

AF624: Welcher Filtertyp ist als Rekonstruktionsfilter geeignet und wo ist das Filter zu platzieren?
AF625: Sie wollen ein Sprachsignal mit einer Abtastrate von $f_{\textrm{A}}$ = 8000 Samples je Sekunde rekonstruieren. Nach dem D/A-Umsetzer soll ein Rekonstruktionsfilter eingesetzt werden. Welcher Amplitudengang ist für das Filter am besten geeignet?
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Kurz: Diagramm eines stufigen, periodischen Spannungsverlaufs über der Zeit mit den Achsenbeschriftungen „U_A“ (vertikal) und „t“ (horizontal) sowie Skalenmarken in Volt.

Details: Links eine senkrechte Achse mit Pfeil nach oben und der Beschriftung „U_A“. An dieser Achse sind Markierungen mit den Texten „2 V“, „1 V“, „-1 V“ und „-2 V“ eingetragen; zu mehreren Höhen verlaufen feine horizontale Hilfslinien. Eine waagerechte Achse mit Pfeil nach rechts ist mit „t“ beschriftet und verläuft mittig durch das Bild. Darauf liegt eine durchgehende schwarze Kurve in Treppenform: Sie steigt und fällt in kleinen horizontalen Stufen mit senkrechten Übergängen, wiederholt sich periodisch, schneidet die horizontale Achse mehrfach, erreicht ihre oberen Plateaus in der Nähe der „2 V“-Marke und ihre unteren Plateaus in der Nähe der „-2 V“-Marke, und ist symmetrisch zur mittleren Achse angeordnet.
Abbildung NEA-17.5.3: Signal vor dem Rekonstruktionsfilter
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1) Zusammenfassung: Liniendiagramm einer sinusförmigen Spannung U_A über der Zeit t, mit vertikaler Skala von -2 V bis 2 V.

2) Details: Links steht die vertikale Achse mit Pfeil nach oben und Beschriftung
Abbildung NEA-17.5.4: Signal nach dem Rekonstruktionsfilter

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