Blitzerdung

Antennenanlagen erhöhen in der Regel nicht die Wahrscheinlichkeit, dass ein Blitz einschlägt, aber wenn er einschlägt wird vermutlich eine vorhandene exponierte Antenne das Ziel sein. Deshalb müssen Antennenanlagen auf oder an Gebäuden geerdet bzw. in ein vorhandenes Blitzschutzsystem integriert werden.

Häufig geht ein Blitz nur in der Nähe unserer Station nieder. Das ist weniger schlimm als ein direkter Einschlag, aber auch das reicht, um große Schäden anzurichten (vgl. Abbilung NEA-21.6.1). Deshalb ist Blitzschutz ein wichtiges Thema für uns Funkamateure.

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Zusammenfassung: Makroaufnahme einer grünen Leiterplatte, auf der der markierte Bestückungsplatz C65 mit zwei dunklen, beschädigt wirkenden Lötpads zu sehen ist, während oben drüber dicke Kabel verlaufen.

Detaillierte Beschreibung: In der Bildmitte ist ein roter Rahmen um den Bereich mit der weißen Aufschrift „C65“ und einem aufgedruckten Kondensatorsymbol gesetzt; die beiden zugehörigen Lötflächen sind uneben und dunkel verfärbt, mit Resten von Anschlussmaterial. Rechts daneben ist ein silberfarbener Schraubkopf (sternförfer Antrieb) zu sehen, der eine Ringkabelschuh-Lasche auf der Leiterbahn fixiert. Oberhalb des markierten Bereichs verlaufen zwei kräftige Kabel/Leitungen, eines dunkel mit rotem Innenmantel, das andere graumetallisch glänzend; sie werfen Schatten auf die Platine. Links ist der Rand eines kleinen Aluminiumkühlkörpers mit Rippen erkennbar. Auf der grünen Platine gibt es weiße Bestückungsdrucke, darunter teilweise lesbar „MOV1“, sowie eine breite weiße Leiterplattenmarkierung quer durch das Bild. Starke Punktbeleuchtung erzeugt Reflexe und harte Schatten.
Abbildung NEA-21.6.1: Durch Überspannung völlig zerstörter Kondensator in einem Netzteil. Ursache war ein Blitzeinschlag in der Nähe der Station. Hier kam die Überspannung über das Stromnetz.

Wie können wir unsere Geräte vor Überspannungen durch Blitze schützen? Es gibt Blitzschutz-Zwischenstecker für Koaxkabel, die mittels einer Gasentladungsröhre Überspannungen ableiten oder man kann die Antennenzuleitung nach dem Funkbetrieb direkt erden. In beiden Fällen braucht man eine Erdungsleitung (massiver Draht, keine Litze) deren Querschnitt den VDE-Vorgaben entspricht (Kupfer $\qty{16}{\milli\meter\squared}$, Alu $\qty{25}{\milli\meter\squared}$, Stahl $\qty{50}{\milli\meter\squared}$). Jede vorhandene Gebäudeerdung kann genutzt werden.

Hier wiederholen wir noch einmal die Warnung aus dem Kurs für die Klasse N: Arbeiten an einem Blitzschutzsystem sollten ausschließlich durch Blitzschutzfachkräfte vorgenommen werden, die über eine entsprechende Ausbildung verfügen! Ebenfalls sollte der Anschluss von Potentialausgleich und Erdung nur vorgenommen werden, wenn man genau weiß, was man tut. Im Zweifel sollte man sich von einem erfahreneren Funkamateur oder einer Elektrofachkraft helfen lassen.

EK209: Unter welchen Bedingungen darf eine Gebäudeerdungsanlage für die Antennenerdung verwendet werden?
EK210: Welches Material und welcher Mindestquerschnitt kann für eine Erdungsleitung zwischen einem Antennenstandrohr und einer Erdungsanlage nach VDE 0855-300 beispielsweise verwendet werden?

Eine Blitzschutzanlage soll das Gebäude bei Blitzeinschlägen schützen. Damit der Schutz erhalten bleibt, muss man wissen was man tut. Änderungen müssen deshalb Fachleute vornehmen. Soll eine Verbindung mit einer vorhanden Blitzschutzanlage hergestellt werden, muss dies in dem Blitzschutzkonzept vorgesehen sein, das von einer Blitzschutz-Fachkraft erstellt wurde.

EK211: Unter welchen Bedingungen darf das Standrohr einer Amateurfunkantenne auf einem Gebäude mit dem gebäudeeigenen Blitzschutzsystem verbunden werden?

Weiter zum nächsten Abschnitt: Potentialausgleich