Computersteuerung

Die grundsätzliche Idee hinter der Morsetelegrafie, einzelne Zeichen eines Textes zu übermitteln, wird als Telegrafie bezeichnet und wurde stetig weiterentwickelt. Ein Meilenstein war es, Fernschreiber mittels Modem an Funkgeräte anzuschließen. Somit war der Funkfernschreiber erfunden, um automatisiert Texte per Funk zu senden und zu empfangen. Die Abkürzung RTTY des englischen Begriffes radio teletype findet sich immer noch als Bezeichnung wieder. Heute hat die Aufgabe des Funkfernschreibers in der Regel der Computer übernommen. Damit kann man neben dem klassischen RTTY-Verfahren viele andere digitale Übertragungsverfahren benutzen, die auch als Digimodes bezeichnet werden.

Ein Fernschreiber ist ein Gerät, um Nachrichten in Textform mittels elektrischer Signale zu übermitteln.

Der folgende Alt-Text wurde noch nicht geprüft: Zusammenfassung: Ein großformatiger, mintgrün-beiger Fernschreiber bzw. eine Schreibmaschine mit eingelegtem Papier, auf dem mehrere Zeilen englischer, monospazierter Text zu sehen sind.

Detaillierte Beschreibung: Im Vordergrund steht ein abgerundetes Gerät in Mintgrün und Beige mit polierten Metallleisten links und rechts und einer Papierführung oben. Ein cremefarbenes Blatt ist eingespannt und zeigt viele linksbündige Zeilen in feiner, gleichbreiter Schrift; darin sind Wörter wie „southwest“, „southeast“, „beaufort“, „airpressure“ und „wind“ erkennbar. Unten befindet sich eine schwarze Tastatur mit gelblich beschrifteten, leicht gewölbten Tasten: oben die Zahlenreihe 1–0, darunter ein QWERTZ-Layout mit deutschen Umlauten. Links oben ragt eine runde, gläserne Abdeckung (lampenartig) ins Bild. Im rechten Hintergrund sind eine grüne Verkleidung, Leitungen und ein messingfarbenes Ventil sichtbar. Am Gehäuse zeigen sich Kratzer, Kantenabrieb und leichte Verfärbungen.
Abbildung NEA-16.4.1: Funkfernschreiber

Zunächst muss dafür ein geeigneter Computer mit dem Funkgerät verbunden werden. Die Verbindung kann im einfachsten Fall direkt über den Audioanschluss oder die USB-Schnittstelle erfolgen. Man benötigt grundsätzlich eine Audio-Verbindung sowie gegebenenfalls Steuersignale. In Abbildung NEA-16.4.2 sind einige Varianten dargestellt. Ein häufig an Transceivern vorhandener Anschluss für Steuersignale ist die sogenannte CAT-Schnittstelle. CAT steht für Computer Aided Tuning oder Computer Aided Transceiver. Über diese Schnittstelle kannst du den Transceiver steuern und Werte abfragen, beispielsweise Frequenz, Sendeleistung und PTT-Zustand.

Der folgende Alt-Text wurde noch nicht geprüft: 1) Kurzzusammenfassung:
Sechszeiliges Blockdiagramm zeigt verschiedene Verbindungen zwischen einem Mobilgerät bzw. Laptops (links) und einem Funkgerät (rechts): per Funkwellen, über „Netzwerk“, über Audio/USB mit „CAT‑Interface“ oder „Digimode‑Interface“ sowie direkt per USB.

2) Detaillierte Beschreibung:
- Allgemein: Jede Zeile hat links ein graues Feld mit Gerätesymbol (oben ein Smartphone, darunter fünfmal ein Laptop) und rechts ein graues Feld mit einem Funkgerät‑Symbol; die Verbindungen laufen von links nach rechts und sind mit Text beschriftet.
- Zeile 1: Zwischen Smartphone‑Symbol (links) und Funkgerät‑Symbol (rechts) stehen sich beidseitig gebogene Linien gegenüber, die Funkwellen darstellen; keine Kabel oder Textbeschriftungen.
- Zeile 2: Ein durchgehender Strich verbindet Laptop (links) und Funkgerät (rechts) und führt mittig durch eine Wolke mit der Beschriftung „Netzwerk“.
- Zeile 3: Zwei parallele Verbindungen zwischen Laptop und Funkgerät. Oben ein Strich mit der Beschriftung „Audio“ links und „Audio“ rechts. Unten ein Strich mit der Beschriftung „USB“ links; in der Mitte ein Rechteck mit „CAT‑Interface“; rechts ist die Leitung mit „CAT“ beschriftet.
- Zeile 4: Links „USB“ vom Laptop in ein Rechteck „Digimode‑Interface“; vom Rechteck gehen zwei getrennte Leitungen nach rechts: oben mit „Audio“, unten mit „PTT“, beide zum Funkgerät.
- Zeile 5: Links „USB“ vom Laptop in ein Rechteck „Digimode‑Interface“; vom Rechteck gehen drei parallele Leitungen nach rechts mit den Beschriftungen „Audio“, „CAT“ und „PTT“, zum Funkgerät.
- Zeile 6: Eine einzelne Leitung verbindet Laptop und Funkgerät; links und rechts ist sie mit „USB“ beschriftet.
Abbildung NEA-16.4.2: Beispiele für Verbindungen zwischen Computer und Funkgerät

Durch die Verbindung zwischen Computer und Transceiver kann es aber zu Störungen der übertragenen Signale oder Rückwirkungen des Funkgeräts auf den PC kommen. Verschiedene Digimode-Interfaces als Hardwarelösung vereinfachen den Anschluss und enthalten Maßnahmen gegen derartige Probleme. Solche Interfaces kann man auch für andere Zwecke verwenden, zum Beispiel für Remote-Betrieb oder zum Aufzeichnen des Funkverkehrs mit passender Software. Für einige Verfahren gibt es auch Hardware-Modems, bei denen die Umsetzung zwischen Daten und Audio-Signalen in einem eigenen Gerät erfolgt.

NF114: Wie kann eine Verbindung zwischen Funkgerät und Computer für digitale Übertragungsverfahren (z. B. FT8 oder WSPR) hergestellt werden?
NF116: Manche Transceiver verfügen über eine sogenannte CAT-Schnittstelle. Dieser Anschluss dient dazu, ...

Es gibt auch noch andere unbeabsichtigte Effekte. Der Computer könnte unerwartet auf Sendung schalten oder Benachrichtigungstöne anderer laufender Programme aussenden. Manchmal hört man beispielsweise, wie andere Funkamateure versehentlich den Startsound des Betriebssystems aussenden. Wenn das Funkgerät unerwartet sendet, können eventuell Menschen gefährdet werden, die gerade an der Antennenanlage arbeiten oder sich zufällig in deren direkter Umgebung befinden.

NF117: Welcher unerwünschte Effekt kann eintreten, wenn ein Funkgerät mittels Computer gesteuert wird?

Für einige Übertragungsverfahren ist der Mikrofonanschluss des Funkgeräts ungeeignet, da die nachfolgenden Verstärker- und Filterstufen für Sprache optimiert sind und verschieden hohe bzw. tiefe Töne unterschiedlich behandelt werden. Deshalb haben Funkgeräte oft einen eigenen analogen Datenanschluss, der zum Beispiel mit DATA oder 9600 beschriftet ist. Durch die Verwendung dieses speziellen Anschlusses werden bestimmte Verstärker- und Filterstufen umgangen und Signale möglichst verzerrungsfrei übertragen.

Die Bezeichnung 9600 kommt daher, dass dieser Anschluss für das früher viel verwendete Packet-Radio eingeführt wurde, damit Daten mit 9600 Baud übertragen werden konnten. Heute wird der Anschluss z. B. für digitale Sprachübertragung benutzt und teils auch mit höherer Geschwindigkeit.

NF115: Manche FM-Transceiver verfügen über einen analogen Datenanschluss (z. B. mit DATA beschriftet oder als 9600-Port bezeichnet). Dieser dient im Wesentlichen dazu, ...

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