Funkwellen breiten sich geradlinig aus. Um zwei Orte auf der Erdoberfläche zu verbinden, gibt es daher immer genau zwei Wege (es sei denn, die beiden Orte befinden sich genau gegenüber). Daraus ergibt sich die Richtung, in die eine Richtantenne gedreht werden muss. Die Funkverbindung läuft also nicht über den direkten Weg zur Gegenstation, sondern über die dem kürzesten Weg entgegengesetzte Richtung.
EH216: Was ist mit der Aussage "Funkverkehr über den langen Weg (long path)" gemeint?
Einer der beiden Wege ist kürzer als der andere, deswegen sprechen wir vom kurzen und vom langen Weg (manchmal auch „direkter Weg“ und „indirekter Weg“). Normalerweise läuft die Verbindung über den kurzen Weg, da mehr Wegstrecke auch immer mehr Dämpfung bedeutet und man daher auf dem kurzen Weg mit einer besseren Signalstärke rechnen kann. Es ist aber – abhängig von den Ausbreitungsbedingungen, der Tageszeit und der genutzten Frequenz – durchaus auch möglich, das Zielgebiet auf dem langen Weg zu erreichen. In der Klasse A werden wir diese Zusammenhänge genauer betrachten.
Abbildung NEA-3.25.1: Kurzer und langer Weg
EH217: Was bedeutet die Aussage, dass ein Funkamateur in Deutschland mit "VK" auf dem "langen Weg" gearbeitet hat?