Automatische Verstärkungsregelung (AGC) I

Die Automatische Verstärkungsregelung (Automatic-Gain-Control, kurz AGC) sorgt in Empfängern dafür, dass das NF-Ausgangssignal (Empfangslautstärke) auch bei schwankendem HF-Eingangssignal am Empfänger (z. B. wegen Fading) nahezu konstant bleibt und Lautstärke-Schwankungen verringert werden. Hierbei wird der Empfangspegel am Ausgang des Empfängerzweigs erfasst und die HF-Verstärkung ensprechend geregelt, so dass die Empfangslautstärke nach der Demodulation hierdurch beeinflusst werden kann. Hierbei ist die AGC nicht zu verwechseln mit der ALC (Automatic-Level-Control), welche sich im Sendezweig befindet.

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Kurzzusammenfassung: Blockdiagramm eines Empfängers mit Antenne links, zwei Mischern, HF-/ZF-/NF-Verstärkern, VFO und BFO, einer gelb markierten „AGC“-Rückführung und einem Lautsprecher rechts.

Detaillierte Beschreibung: Von links führt ein Draht von einer stilisierten Antenne in einen blauen Block mit Dreieck, darunter die Beschriftung „HF“. Ein Pfeil zeigt weiter nach rechts zu einem roten Block mit Kreis und X, darüber steht „1. Mischer“. Von unten führt ein Pfeil aus einem separaten, schwarz umrandeten Kasten mit Wellenlinien und einem schräg nach oben zeigenden Pfeil, beschriftet „VFO“, in den „1. Mischer“. Rechts davon folgt ein Pfeil zu einem blauen Block mit Dreieck, beschriftet „ZF“. Oberhalb verläuft eine gelbe Linie mit der Beschriftung „AGC“; von dieser Linie zeigen zwei gelbe Abwärts-Pfeile in die blauen Blöcke „HF“ und „ZF“. Danach zeigt ein Pfeil nach rechts zu einem roten Block mit Kreis und X, darüber steht „2. Mischer“. Von unten führt ein Pfeil aus einem Kasten mit Wellenlinien, beschriftet „BFO“, in den „2. Mischer“. Ein Pfeil führt weiter nach rechts zu einem blauen Block mit Dreieck, beschriftet „NF“, und von dort zu einem stilisierten Lautsprecher-Symbol am rechten Rand. Alle Signalverbindungen sind durch schwarze Pfeile von links nach rechts dargestellt; die Mischerblöcke sind rot, die Verstärkerblöcke („HF“, „ZF“, „NF“) blau, die „AGC“-Leitung gelb.
Abbildung NE-13.7.1: AGC im Überlagerungsempfänger

Die AGC kann, je nach Empfängerausstattung, bzgl. Ihres Ansprechverhaltens (Ansprechzeit, Abfallzeit) angepasst werden. Übliche Bezeichnungen hierfür sind AGC Slow, AGC Normal, AGC Fast, welche das zeitliche Ansprechverhalten skizzieren. Die Einstellung AGC-Slow oder Normal ist hierbei normalerweise für SSB-Betrieb sinnvoll. Bei Betrieb in Telegrafie (CW) ist normalerweise die Einstellung AGC-Fast oder Normal sinnvoll, damit hierbei starke Signale nicht schwache Signale überdecken können und die Regelung schnell nachführt. Für digitale Übertragungsverfahren kann es ggf. sinnvoll sein die AGC zu deaktivieren.

EF211: Womit werden Pegelschwankungen des NF-Ausgangssignals verringert, die durch Schwankungen im HF-Eingangssignal hervorgerufen werden?
EF212: Was bedeutet an einem Schalter eines Empfängers die Abkürzung AGC?

Die AGC kann bei manchen Empfängern auch komplett deaktiviert werden. Dann ist eine Steuerung der HF-Verstärkung z. B. manuell durch Veränderung des RF-Gain-Reglers möglich. Dies ist jedoch nur für besondere Anwendungen (z.b. Übersteuerung des HF-Eingangsteils aufgrund von starken Signalen) sinnvoll, sowie ggf. für digitale Übertragungsverfahren.


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