Damit es nicht zur Schlagzeile „Funkamateur erleidet gefährlichen Stromschlag beim Senderbau“ kommt, müssen wichtige Regeln beachtet werden. Beim Aufbau einer Funkstation muss man sich an die anerkannten Regeln der Technik halten. [edition:N:Wie wir schon beim Thema Blitzschutz und Potentialausgleich gelernt haben, gibt der Verband der Elektrotechnik Elektronik und Informationstechnik e. V., kurz VDE, Normen heraus, die den jeweils aktuellen Stand der Technik dokumentieren und als anerkannt gelten.][edition:NEA:Der Verband der Elektrotechnik Elektronik und Informationstechnik e. V., kurz VDE, gibt Normen heraus, die den jeweils aktuellen Stand der Technik dokumentieren und als anerkannt gelten.] Diese Regeln dienen dem Schutz von Menschen, Tieren und Sachen.
Der VDE, also der Verband der Elektrotechnik Elektronik und Informationstechnik e. V., ist eine weltweit tätige Organisation, in der sich Personen und Unternehmen zusammengeschlossen haben, die in den Bereichen Elektrotechnik, Elektronik oder Informationstechnik tätig sind. Die Organisation verfolgt das Ziel, die Unfallverhütung zu verbessern und das Verantwortungsbewusstsein seiner Mitglieder zu fördern. Dazu werden die VDE-Normen herauszugeben. Es werden aber beispielsweise auch kostenpflichtige Zertifizierungen durchgeführt.
Die Hauptgefahr besteht durch Berührung einer elektrischen Spannung. In der Elektrotechnik spricht man von einer gefährlichen Spannung, wenn diese bei Wechselspannung über 50 V und bei Gleichspannung über 120 V liegt. Diese Grenzen wurden so gelegt, dass es zu keiner lebensbedrohlichen Beeinträchtigung des menschlichen Körpers kommen kann. Wechselspannung wird auch als „AC“ (englisch „alternating current“) und Gleichspannung als „DC“ (englisch „direct current“) abgekürzt.
Der Grund für die unterschiedlichen Grenzwerte für Gleich- und Wechselspannung hängt mit den unterschiedlichen Auswirkungen auf den Körper zusammen: Wechselspannung kann den Herzrhythmus beeinflussen, während es bei Gleichspannung eher zu Verbrennungen kommt.
Bei einer Einwirkung des Stroms auf den Körper kann das Gewebe geschädigt werden. Wie stark die Schädigung ist, hängt von der Stromstärke und Dauer des Stromflusses ab. Auch der Weg, den der Strom durch den Körper nimmt, spielt eine große Rolle. Eine Stromstärke von über 30 mA kann schon zu lebensgefährlichen Schäden führen (siehe Abbildung N-12.3.1).
Stromunfälle können verschiedene Auswirkungen auf den Körper haben:
Die 5 Sicherheitsregeln der Elektrotechnik sollten für alle Arbeiten an elektrischen Anlagen beachten werden. Diese sollten auch bei Arbeiten an Funkgeräten oder anderen elektrischen Geräten beachtet werden:
In vielen Geräten sind Kondensatoren verbaut, die hohe Spannungen speichern können. Es können daher auch in abgeschalteten Geräten noch gefährliche Spannungen anliegen! Geräte sollten daher nur geöffnet werden, wenn man genau weiß, was man tut. Im Zweifel sollte man sich von einem erfahreneren Funkamateur oder einer Elektrofachkraft helfen lassen.
Wie wir schon beim Einbau von Amateurfunkanlagen in Kraftfahrzeuge gelernt haben, kann es im Zusammenhang mit elektrischem Strom auch dazu kommen, dass ein Stromfluß durch die eigentlich nicht-leitende Luft auftritt und es zu einem Lichtbogen mit hohen Temperaturen und sehr hellem Leuchten kommt. Dies wird auch als Störlichtbogen bezeichnet.
Ein Lichtbogen ist eine elektrische Entladung, also ein Stromfluß, durch die eigentlich nicht-leitende Luft, die mit hohen Temperaturen und einem sehr hellen Leuchten einhergeht. In Folge kann es zu Bränden und zur Schädigung der Augen kommen.
Im Falle eines Kurzschlusses kann es schnell zu einem Lichtbogen kommen, der Brände verursachen kann.
Erste-Hilfe-Maßnahmen sind in den ersten Minuten entscheidend für die Schwere der Unfallfolgen. Nach einem Stromunfall ist in jedem Fall ein Arzt aufzusuchen, da Herzrhythmusstörungen und Herzkammerflimmern auch noch Stunden nach dem Unfall auftreten können.
Ein Arzt kann nach einem Stromunfall beispielsweise mit einem Elektrokardiogramm (EKG) überprüfen, ob das Herz unregelmäßig schlägt oder andere Störungen aufweist.