Bei der Berechnung von Sicherheitsabständen spielt die Winkeldämpfung bei Richtantennen eine wichtige Rolle. Die größte Strahlungsleistung wird in der Mitte der Strahlungskeule abgestrahlt. In den anderen Richtungen ist sie geringer. Ist die Antenne ausreichend hoch, strahlt die Antenne zum großen Teil über den nicht kontrollierbaren Bereich hinweg, also dem Bereich, in dem die Grenzwerte unbedingt eingehalten werden müssen.
In der Abbildung NEA-20.15.1 ist im kritischen Winkel von $\qty{40}{\degree}$ unterhalb der Antenne ein nicht kontrollierbarer Bereich dargestellt, in dem sich Personen aufhalten können. Die Strahlungsleistung ist dort um $\qty{6}{\dB}$ niedriger als in der Mitte des Strahlungsdiagramms. Die direkte Folge ist, dass dort der Sicherheitsabstand entsprechend geringer sein kann.
$\qty{6}{\dB}$ entsprechen einem Faktor von $\num{0,25}$ oder $\dfrac{1}{4}$ (Formelsammlung).
$$ E = \dfrac{\sqrt{\qty{30}{\ohm}\cdot P_\textrm{EIRP}}}{d}$$Umstellen der Formel nach $d$ (Sicherheitsabstand).
$$ d = \dfrac{\sqrt{\qty{30}{\ohm}\cdot P_\textrm{EIRP}}}{E}$$Die Strahlungsleistung $P_\textrm{EIRP}$ ist nicht bekannt. Allerdings wissen wir, dass wir bei dieser Rechnung nur ein Viertel der Strahlungsleistung im Vergleich zur maximalen Strahlungsleistung ansetzen müssen.
$$\begin{split} d &= \dfrac{\sqrt{\qty{30}{\ohm}\cdot P_\textrm{EIRP}\cdot \dfrac{1}{4}}}{E}\\ d &= \dfrac{\sqrt{\qty{30}{\ohm}\cdot P_\textrm{EIRP}}}{E}\cdot \sqrt{\dfrac{1}{4}}\\ d &= \dfrac{\sqrt{\qty{30}{\ohm}\cdot P_\textrm{EIRP}}}{E}\cdot \mathbf{\dfrac{1}{2}}\end{split}$$Wird die Strahlungsleistung auf $\dfrac{1}{4}$ reduziert, halbiert sich der Sicherheitsabstand von $\qty{20}{\meter}$ auf die Hälfte. Er verringert sich im konkreten Beispiel auf $\qty{10}{\meter}$.