Im VHF-Bereich führt manchmal ein besonderer Effekt zu sogenannten Überreichweiten. Es können dann erheblich größere Reichweiten erzielt werden. Die Ursache dafür findet in der Troposphäre statt. Das ist die unterste Schicht der Atmosphäre der Erde. Sie reicht bis in rund $\qty{15}{\kilo\meter}$ Höhe und wird auch als Wetterschicht bezeichnet, da sich hier der Großteil des Wetters abspielt.
Am Übergang zwischen warmen und kalten Luftschichten bilden sich die sogenannten troposphärischen Inversionsschichten. An diesen werden die Funkwellen zur Erde hin reflektiert (Abbildung N-2.17.1).
Die auftretenden Überreichweiten ermöglichen Funkverbindungen mit Stationen in rund $\num{800}$ bis $\qty{1000}{\kilo\meter}$ Entfernung. Im VHF-Bereich ist dies ein häufiger Ausbreitungsweg für Weitverbindungen. Troposphärische Inversionsbildung tritt hauptsächlich im Frühjahr und Herbst auf.